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Designwelten an der Tendence

Im Schmuckbereich „Carats“ der diesjährigen Konsumgütermesse Tendence in Frankfurt zeigten 18 Schmuckgestalter innerhalb der Jungdesigner-Plattform „Talents“ ihre Kreationen. Eine Momentaufnahme und Auswahl.

 

Geträumter Froschteich

Das Collier „Traum“ der Schmuckdesignerin Anja Tonk aus Dresden wurde vom Bund des Kunsthandwerks mit dem Designpreis #FORM2017 ausgezeichnet. Bildästhetisch opulent ist es einem Stillleben eines Teichs nachempfunden. Handgefertigte Blüten und Fische aus Kunstharz sowie echte Schneckenmuscheln prägen das Bild. Filigrane Perlenblüten und ein Frosch aus Strass beleben den „Schauplatz“. Unterlegt ist das Collier mit hautfreundlichem Alcantara.

Info
www.pearlfactory.de

Hundspetersilie in Silber

Mareike Beer hat in Hildesheim Metallgestaltung studiert. Die lebendige Natur und die Welt der Pflanzen faszinieren sie besonders. Die Herausforderung, feinste pflanzliche Struktur minutiös in Metall zu bannen und in ein Schmuckstück zu verwandeln, animierte sie zur Projektreihe „Gottgegeben – Schmuck und Demut“. In diesem Rahmen entstand auch die Brosche „Hundspetersilie“. Sie zeigt die Samendolde der gleichnamigen Wildpflanze in Silber gegossen.

Info
www.mareikebeer.de

Hi, SciFi!

Mit ihrer vierteiligen Halsschmuck-Linie „Hi, SciFi“ setzt sich die Frankfurter Schmuckdesignerin Helen Habtay damit auseinander, dass die moderne Welt durchzogen ist von Objekten, die gestern wissenschaftliche Phantasie waren. Wie geht der Mensch damit um? Diese Grundfrage versuchte Habtay in die Form einer Schmuckkollektion zu bringen. Nummer 3 der Linie „Hi, SciFi“ besteht aus rosegoldplattiertem Kupfer, Rosenquarz, rosafarbenem Marmor und Leder.

Info
www.apparat.be/artist/helen-habtay/

Nach dem Traum

Die in Japan aufgewachsene Schmuckgestalterin Beru Inou arbeitet in Düsseldorf. Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet die Faszination für Glas und Porzellan und deren gegensätzlicher Reiz: „Glas ist durchsichtig und reflektiert ein kaltes, hartes Licht, Porzellan ist undurchsichtig, matt und hat eine natürliche-warme Atmosphäre“, so Inou. Thema ihres Colliers ohne Titel (Fensterglas, Rubine, Granate, Saphire, Blattgold, Silber, Edelstahl) ist der Traum unmittelbar vor dem Erwachen: Abstrakt und unverständlich hinterlässt er doch ein schönes Gefühl.

Info
www.beru-i-jimdo.com

Lichter Lichtkreis

Die Architektin und Goldschmiedin Kika Rufino ist in São Paolo geboren und aufgewachsen. Seit 2015 absolviert sie einen Master of Fine Arts an der Hochschule Trier am Campus Idar-Oberstein. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch Vielseitigkeit, Experimentierfreudigkeit und breite Materialfülle aus. Ihren Anhänger „Line through“ aus Achat und Silber hat sie zum ersten Mal auf der Frankfurter Tendence dem Publikum präsentiert. Er verkörpert Phänomene wie Offenbarung, Licht und Epiphanie.

Info
www.kikarufino.com

Bayerische Plastikstrudel

Mario Albrecht ist ausgebildeter Metallgestalter. 2016 schloss er an der Münchner Akademie für Gestaltung und Design den Studiengang „Gestalter im Handwerk“ mit Auszeichnung ab. Unmittelbar danach begann er, Schmuck aus Plastiktüten und Folien herzustellen. Er bedient sich traditioneller Handwerkstechniken. Ähnlich wie beim Mokume Gane oder Damaszieren werden die Folien gefaltet und gepresst, anschliessend beschnitten und geometrisch angeordnet und am Ende in eine freie Form gebracht.

Info
www.ma-gestaltung.de

Schmuckraumkörper

Julia Obermaier ist Goldschmiedin und absolvierte später einen Bachelor of Fine Arts an der Hochschule in Trier in der Fachrichtung Edelstein und Schmuck. 2016 hat sie im bayerischen Kempten ein Schmuckatelier eröffnet. Die Steine für ihren Schmuck bearbeitet sie selbst. Ein wichtiges Element ihrer Kreationen ist der Raum: „Räume sehe ich als Schutzcontainer, um gestärkt dem Wahnsinn der Schnelllebigkeit dieser Welt gegenüberzutreten.“ Ihr Ring „Getting close(d)“ besteht aus Achat, Silber, Giessharz und Pigment.

Info
www.juliaobermaier.com