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Totalrevision der Ausbildung

Der Bund schreibt vor, dass in jedem Beruf die Ausbildung alle fünf Jahre überprüft werden muss. Bei den Goldschmieden mussten die Verantwortlichen feststellen, dass die Strukturen und Inhalte nicht mehr zeitgemäss sind. Seit Mai wird an einer Totalrevision gearbeitet.

Der Bund schreibt vor, dass in jedem Beruf die Ausbildung alle fünf Jahre überprüft werden muss. Bei den Goldschmieden mussten die Verantwortlichen feststellen, dass die Strukturen und Inhalte nicht mehr zeitgemäss sind. Seit Mai wird an einer Totalrevision gearbeitet.

Barbara Vogt (links) erklärt die Vor- und Nachteile der möglichen Berufsmodelle.

Werden die lernenden Gold- und Silberschmiede sowie die Edelsteinfasser noch zeitgemäss ausgebildet? Lernen sie mit der Digitalisierung umzugehen? Wie steht es um Kenntnisse im Marketing? Sind die Berufsbezeichnungen noch aktuell? Die Fünfjahresüberprüfung der Ausbildungsmodelle zeigte auf, dass die Branche nach wie vor ein Berufsfeld mit drei Berufen wünscht. Allerdings datiert diese Überprüfung aus dem Jahr 2016. Seither zeichnen sich unterschiedliche Entwicklungen und Veränderungen in der Branche ab. In Zusammenarbeit mit den zwei Branchenverbänden VSGU (Deutschschweiz) und Asmebi (Westschweiz) nimmt die Organisation der Arbeitswelt (OdA) der Schmuckbranche die Totalrevision deshalb zum Anlass, die unterschiedlichen Möglichkeiten nochmals zu diskutieren, um ein zukunftsorientiertes Modell zu definieren. Da es sich bei den drei Berufen um Kleinberufe handelt, sollen möglichst viele Synergien, insbesondere für einen gemeinsamen Unterricht an der Berufsschule, genutzt werden können.

Seit Mai sind Workshops im Gange, bei denen sich alle interessierten Branchenmitglieder einbringen können. Nach zwei Treffen und der „Aufwärmrunde“, die unter dem Titel „Goldschmied 2030“ organisiert wurde, kamen Mitte Juni beim Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) in Zollikofen rund 40 Gold- und Silberschmiede sowie Juwelenfasser aus der Romandie und der Deutschschweiz zur „internen Vernehmlassung Berufsfeld Goldschmied EFZ“ zusammen. Diese Vernehmlassung ist ein wichtiger Teil in der Überarbeitung der Ausbildungsgrundlagen zum Berufsfeld Goldschmiedin/Goldschmied EFZ. Sie wurde dem EHB von der Trägerschaft der OdA Schmuckbranche in Auftrag gegeben. Barbara Vogt vom EHB begleitet das Projekt. Gemeinsam wurden die Chancen und Risiken zu den bisher erarbeiteten Ausbildungsmodellen auf Flipcharts studiert und Fragen geklärt. Anschliessend haben die Anwesenden ihre favorisierte Variante mit Punkten bewertet.

Drei Varianten

Von den drei Ausbildungsmodellen, die bisher aufgezeichnet worden sind, fand dasjenige, das unter dem Arbeitstitel „Berufsfeld mit drei Berufen“ läuft, mit 33 Punkten am meisten Zustimmung. In diesem Modell sollen die Goldschmiede, Silberschmiede und Juwelenfasser sowie allenfalls weitere Berufe an allen drei Lernorten als eigenständige Berufe erlernt werden können. Was die Grundausbildung genau beinhalten soll, ist noch nicht abschliessend bestimmt worden. Bei dieser Variante können Zusatzausbildungen gemacht werden.

Variante 2 mit dem Titel „Monoberuf mit Schwerpunkten“ sieht keine Zusatzausbildung in diesem Sinne vor. Anhand von Praktiken sollen jedoch Weiterbildungen angeboten werden. Dieses Modell hat 22 Punkte erhalten. Bei Variante 3 „Berufsfeld mit zwei Berufen“ soll es nur noch den Goldschmied und den Edelsteinfasser geben. Für lernende Goldschmiede könnte es zusätzliche Schwerpunkte wie beispielsweise Silberschmied geben. Sie hat vier Punkte bekommen. Bei allen Diskussionen ging es vor allem um die Bezeichnung der Berufe.

Auf gutem Wege

Die Branchenmitglieder sowie Vertreter von Bund und Kantonen haben intensiv diskutiert und gearbeitet. „Das Thema ist hochkomplex und es ist sehr wichtig, dass wir an alles denken, was neu geregelt werden muss“, sagt Andrea von Allmen, Präsidentin der Fachkommission Goldschmiede des VSGU. Aber man sei auf gutem Wege.

Bis das neue Qualifikationsprofil beim Bund eingereicht werden kann, braucht es jedoch noch weitere Diskussionen. 2022 soll der revidierte Bildungsplan in Kraft gesetzt werden. Von Allmen freute sich über die engagierten Diskussionen und die Offenheit seitens der Branchenmitglieder. „Ich bin überzeugt, dass wir die beste Lösung finden werden“, sagt sie.

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