Vor über einem Jahr hat die Precious Metal Casting AG, kurz PMC, ihren Betrieb aufgenommen. An seinem Sitz in Horgen am Zürichsee verbindet das Unternehmen innovative Fertigungstechnologien mit traditionellem Handwerk und begleitet Kunden auf Wunsch durch den gesamten Entstehungsprozess eines Schmuckstücks: von der ersten Idee über Präzisionsguss bis zu Goldschmiede- und Fassarbeiten und professionellen Produktfotos.
Gold’Or: Yelda Yakoub, warum haben Sie PMC gegründet?
Yelda Yakoub: Als Atelierleiterin und Verantwortliche für die Designabteilung eines High-Jewellery-Unternehmens habe ich die Herausforderungen gesehen, vor denen Schweizer Goldschmiede, etablierte Schmuckhäuser und junge Marken stehen: Viele mussten ihre Produktion ins Ausland verlegen, weil es in der Schweiz an Kapazitäten gefehlt hat, die schnell, hochwertig, flexibel und zugleich wirtschaftlich arbeiten können. Diese Lücke wollen wir schliessen. Mit PMC zeigen wir, dass Schweizer Präzision, modernes Handwerk und Wirtschaftlichkeit vereinbar sind.

Weshalb sollten Schweizer Betriebe an der Fertigung im Inland festhalten?
Die Schweizer Schmuckbranche geniesst international einen ausgezeichneten Ruf, den wir weitertragen wollen. Je mehr Produktionsschritte ins Ausland verlagert werden, umso mehr geht das wertvolle Fachwissen verloren. Dazu kommen praktische Nachteile. Durch jeden zusätzlichen Lieferanten in der Kette erhöht sich das Risiko für Verzögerungen und Qualitätsverlust; die Kontrolle über Abläufe und Lieferzeiten wird eingeschränkt. Deshalb bieten wir bei PMC sämtliche Schritte unter einem Dach an und begleiten Projekte bei Bedarf vom 3D-Modell über Prototyping und Guss bis zum fertigen Schmuckstück. Auch für die Endkunden wird es zunehmend wichtig, über die Herstellung im Bilde zu sein. Das Kriterium Swiss made unterstreicht die Qualität.

Wie schaffen Sie es, Kosten zu reduzieren? Schliesslich wandert niemand ins Ausland ab, weil er es möchte.
Höchste Qualität darf nicht an Wirtschaftlichkeit scheitern. Als junges, innovatives Unternehmen hinterfragen meine 13 Mitarbeitenden und ich unsere internen Abläufe konsequent. Jeden Arbeitsschritt gestalten wir möglichst effizient. Ich bin dankbar für mein tolles Team aus Designern, Goldschmieden und Edelsteinfassern. Sie alle gehen die Extrameile und lassen sich stetig auf neue Wege ein, statt sich mit „Das haben wir immer so gemacht“ zufriedenzugeben. Diese Haltung prägt uns und ermöglicht unsere dynamische, wettbewerbsfähige Preisstruktur. Gleichzeitig weiss ich, dass der Wechsel von Lieferanten eine Herausforderung sein kann. Mit Kompetenz, Verlässlichkeit und konstant hochwertigen Ergebnissen möchten wir von Beginn an überzeugen und die Grundlage für eine langfristige, erfolgreiche Zusammenarbeit schaffen.

Welche Bedeutung hat das traditionelle Handwerk bei PMC?
Handwerk und moderne Technologie schliessen sich nicht aus. Gerade in ihrer Verbindung liegt für uns die Zukunft der Schweizer Schmuckproduktion. Auch wenn innovative Gussverfahren mit modernen Geräten unsere Prozesse präziser und leichter reproduzierbar macht, bleibt das Handwerk unverzichtbar. Die sorgsame Handarbeit unserer Goldschmiede und Edelsteinfasser kann keine Maschine ersetzen.

Welchen Mehrwert bieten Sie Ihren Kunden?
Statt mehrere Lieferanten und Ansprechpartner zu koordinieren, erhalten unsere Kunden bei Bedarf alles aus einer Hand. Das bedeutet weniger Schnittstellen und so mehr Zeit für das Kerngeschäft. Eine andere Stärke ist unsere Geschwindigkeit: Die Produktionskette unter unserem Dach und genau abgestimmte Abläufe lassen uns Projekte ausgesprochen schnell realisieren. Selbst anspruchsvolle Aufträge können wir innerhalb kurzer Zeit umsetzen, beim Express-Service sogar innerhalb weniger Tage. Ausserdem stehen Perfektion und Präzision bei PMC über allem. Ein Produkt verlässt unser Haus erst dann, wenn es unseren Qualitätsansprüchen vollkommen entspricht.

Was ist Ihre Vision für PMC?
Zuerst wollen wir uns schweizweit als kompetenter Partner für die Schmuckproduktion etablieren. Darüber hinaus soll PMC international positioniert werden und so den Spiess umdrehen: Erste Anfragen aus dem Ausland zeigen, dass es einen Bedarf von internationalen Marken gibt, ihre Fertigung in die Schweiz zu verlegen. Dieses Potenzial wollen wir weiter ausbauen.


