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Der Ansturm blieb aus

In der Spezialausgabe „Nachfolge“, die Mitte Januar erschienen ist, wurden 21 Goldschmiedeateliers und Bijouterien porträtiert, die in den nächsten Jahren ihre Tore schliessen werden und jemanden suchen, der übernimmt. Eine Nachfrage bei den Betroffenen hat ergeben, dass der grosse Ansturm bisher ausgeblieben ist. Wer fleissig war und die Porträtierten kontaktiert hatte, waren ein Auktionshaus und ein Edelsteinfasser, die ihre Dienste anbieten wollten. Auf Interesse an einer Geschäftsübernahme warteten fast alle vergebens. Konkrete Anfragen haben drei Teilnehmerinnen erhalten. Am meisten Echo löste die Fillner AG mit Ladenlokal in der Altstadt von Luzern aus. „Als ich den Leuten erzählte, wie viel Mietzins bezahlt werden muss, ist das Interesse schnell wieder geschmolzen“, sagt Cornelia Burri-Fillner. Mit einer Partei sei sie noch in Verhandlung.

Zu einem „seriösen“ Kontakt kam es auch bei Achermann Schmuck in Stans. „Wir haben nicht wirklich daran geglaubt und waren selber überrascht“, sagt Mitinhaberin Franziska Achermann. Ob es zu einer Übernahme kommen wird, sei noch offen. An zwei weiteren Orten haben sich Bekannte oder ehemalige Mitarbeiter gemeldet. Auch da sind bis jetzt keine Entscheidungen gefallen. Einige erhoffen sich, dass diese Nachfolge-Ausgabe als Nachschlagewerk aufbewahrt wird und es vielleicht später noch zur einen oder anderen Anfrage kommen könnte. Auch wenn das Resultat bis jetzt ernüchternd ist, schätzen alle, die mitgemacht haben, die Idee und Umsetzung der Sonderausgabe. Man ist sich einig, dass der Versuch richtig war, aber dass die Zeiten für unsere Branche mit Gewissheit schon rosiger gewesen sind.  db

Bild: Auch das kleine, hübsche Atelier von Raphael Meyer in der Zuger Altstadt ist noch nicht auf Interesse für eine Nachfolge gestossen. „Es ist schade, dass die Aktion nicht viel gebracht hat, denn renommierte Geschäfte währen wohl nie günstiger zu haben“, bedauert der Goldschmied.