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Fingerkunst aus 30 Gramm Gold

Fabienne Wüthrich betreibt seit drei Jahren in Herzogenbuchsee ein Goldschmiedeatelier. Die Schmuckdesignerin fertigt am liebsten opulente Schmuckstücke, mit denen sie ihre Liebe zur Kunst ausleben kann.

Fabienne Wüthrich in ihrem Element.

Das Lieblingsschmuckstück von Fabienne Wüthrich ist ein Ring, den sie aus nicht weniger als 30 Gramm Gold gefertigt hat. „Er zieht die Blicke auf sich und hat dafür gesorgt, dass ich für mich einen Basisstil entwickeln konnte“, sagt die gelernte Goldschmiedin. Erst war sie überzeugt davon, dass es für ein so grosses Stück kaum Interessentinnen geben würde – aber es kam anders.

Der Zufall habe mitgespielt, dass sie vor drei Jahren in Herzogenbuchsee ihr Atelier Opak mit grossem Schaufenster eröffnen konnte. Um dort auch zu zeigen, was sie macht, musste sie sich erst einen Lagerbestand erarbeiten. Zu Beginn sollten es Stücke sein, die sich gut verkaufen lassen, also eher klassische Modelle. Doch eigentlich hatte die junge Goldschmiedin schon immer etwas anderes im Kopf: „Ich arbeite gerne frei und befasse mich mit der Kunst“, sagt sie. Dies erklärt auch, warum sie nach ihrer Lehre an der Hochschule in Luzern ein dreijähriges Studium zur Schmuckdesignerin absolviert hat.

Ein opulentes Einzelstück mit Diamanten.

Wertvolles Geschenk

So begann sie zu experimentieren und probierte Vieles aus. „Eines meiner Ring-Wachsmodelle empfand ich als besonders gelungen – doch die Umsetzung erforderte 30 Gramm Gold und das konnte ich mir nicht leisten, obwohl der Goldkurs noch nicht so hoch war wie heute“. Da hatte ihr Partner die zündende Idee. Fabienne Wüthrichs Geburtstag stand vor der Tür. Also organisierte er eine Geldsammlung bei der Familie und den Gästen, damit sich die Goldschmiedin das wertvolle Material beschaffen konnte. Es kam genug zusammen, sodass das extravagante Schmuckstück entstehen konnte.

Ohrstecker mit Perlen.

Das Echo sei überwältigend gewesen. „Damit habe ich definitiv nicht gerechnet. Immer mehr Kundinnen waren begeistert von diesem Stil und wollten zumindest etwas Ähnliches“, sagt sie. Seither entstehen dauernd neue Modelle, vorwiegend Ringe, aber auch Ohrstecker und Anhänger mit und ohne Perlen oder Edelsteine. Als Nächstes ist auch ein Armreif geplant. Einige Kunden kaufen die Schmuckstücke ab Lager und andere wollen eine etwas angepasste Variante mit unterschiedlichen Formen, Grössen und Steinen. Für kleinere Portemonnaies gibt es die Stücke auch feiner oder gar in Silber. „Es sind vorwiegend die Leute, die Altgold bringen, die sich damit gerne eine opulente Version leisten, da die Materialkosten ja wegfallen“, sagt sie. Diese Kunden können sicher sein, dass die Bewunderung nicht ausbleibt.

Daniela Bellandi

Titelbild: Ein etwas feinerer Ring mit einem Saphir.

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