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VSGU-Versammlung

Effizient und inhaltsreich ging die Mitgliederversammlung des VSGU Mitte Mai über die Bühne. Die Anwesenden waren unter anderem vor allem auf den besonderen Gastgeber gespannt, der ihnen aus erster Hand erklären wollte, wie es mit der Baselworld weiter gehen soll. Leider wurde das Programm kurzfristig geändert.

„Wahrscheinlich war meine Vorfreude zu gross“, sagte Robert Grauwiller, Präsident des Verbandes Schweizer Goldschmiede und Uhrenfachgeschäfte (VSGU) bei der Begrüssung der rund 50 Mitglieder, Referenten und Gäste, die sich am 13. Mai zur jährlichen Versammlung getroffen haben. Grund dafür war die Absage von Michel Loris-Melikoff, der eigentlich persönlich erzählen wollte, wie es mit der Baselworld weitergehen soll. Doch der Messedirektor musste unverhofft eine Auslandreise antreten und richtete deshalb per Video eine Grussbotschaft an die Versammelten im Congress Center Basel. Als Vertretung schickte Loris-Melikoff den neuen Commercial Director Pascal Béchu, der seinen Vortrag als Westschweizer in englischer Sprache hielt.

Neben dieser Programmänderung wurde den Branchenmitgliedern und Gästen aber auch an der diesjährigen Mitgliederversammlung einiges geboten. Wer früh aufgestanden ist, konnte bei verschiedenen Anbietern von branchenbezogener Software erfahren, was es in dieser Beziehung für Möglichkeiten gibt. Zum Stichwort „Omni Channel“ referierte Reto Senti von PKZ über die Digitalisierung im Fachhandel. Kompetent erklärte er, wie das traditionelle Modeunternehmen die verschiedenen Kanäle erfolgreich einsetzt. Dabei waren klare Parallelen zum Uhren- und Schmuckbereich zu erkennen (mehr zu diesem Thema lesen Sie in der nächsten Gold’Or).

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Die Pausen wurden für einen Austausch genutzt. In der Mitte ist der neue SGG-Präsident Andri Letta zu sehen.

Für mehr Solidarität

Da Robert Grauwiller das Amt des Präsidenten noch kein ganzes Jahr bekleidet, stand in seinem Bericht statt der Vergangenheit die Zukunft des Verbandes im Mittelpunkt. Er sprach über die Entwicklung des Fachhandels im Uhren- und Schmuckbereich, über den veränderten Begriff Wachstum, den Wandel im Uhrenservice und das an Bedeutung stets zunehmende Stichwort Ethik, dem am Nachmittag der zweite Teil des Workshops „Ethik Codex“ gewidmet war. Am Schluss seiner Rede wies Grauwiller darauf hin, dass der VSGU 1998 stattliche 1000 Mitglieder zählte. „Heute sind wir noch 300“, sagte er. Die fehlenden 700 Mitglieder hätten nicht alle ihr Geschäft geschlossen oder seien gestorben. Viele seien in Regionen tätig, die sich vom VSGU verabschiedet hätten. Einige könnten ohne Mitgliedschaft bewusst oder unbewusst von der Arbeit des VSGU profitieren. „Ich möchte Nichtmitgliedern aufzeigen, warum Solidarität wichtig ist“, sagt er. Er wolle beweisen, dass der Verband an Zukunftslösungen arbeite und sich in Vernehmlassungen noch gewichtiger einbringen könne. Seine Worte endeten mit den Fragen: „In einem Jahr 50 Mitglieder mehr? Ist das ein realistisches Ziel?“ Wenn ihm die Mitglieder dabei helfen, glaubt er daran.

Der Bericht des Präsidenten wurde genauso wie diejenigen des Geschäftsführers Markus Werner und der Kommissionsverantwortlichen, die Wiederwahl der Vorstandsmitglieder und die Jahresrechnung von der Versammlung diskussionslos abgesegnet. Eine kleine Überraschung: Daniel Nicklès hat bekanntgegeben, dass er neu bei Frieden Creative Design in Thun tätig ist (s. Who Seite xx). Mit dem Einverständnis der Anwesenden, bleibt er dem VSGU-Vorstand trotzdem als Verantwortlicher der Fachkommission Uhrmacher erhalten.

Komplexität Ethik

Im vergangenen Jahr nahm sich der VSGU dem immer bedeutsameren Thema Ethik an und erarbeitete in einer Projektgruppe Grundlagen, die die Kompetenzen und das ethische Handeln definieren sollen. Nach dem offiziellen Teil der Mitgliederversammlung konnten sich die Anwesenden über die ersten Resultate informieren und sich in eine finale Version einbringen. Bald wurde allen klar, das Thema ist heikel und äusserst komplex. Mit einem Ethik Codex sollen sich unterzeichnende Mitglieder gegenüber ihren Kunden verpflichten, Transparenz zu gewährleisten, Vertrauen zu schaffen und Fachkompetenz zu garantieren.

In vier Gruppen aufgeteilt, wurde angeregt über die Umsetzung dieses Projektes diskutiert. Dabei kamen zahlreiche Fragen auf, wie: Wie weit muss ein Ethik-Kodex gehen? Ist es überhaupt realistisch, dem Kunden den ganzen Weg eines Edelsteines aufzeigen zu können? Wie sieht es mit den Bedingungen aus, die für ein Qualitätslabel erfüllt werden müssen? Was ist mit der Kontrolle?  Christoph Brack hat es auf den Punkt gebracht: „Solche Informationen können nur optimal sein – maximal ist nicht möglich.“ Klar ist, dass sich der Verband auch weiterhin mit diesem und vielen anderen Thema auseinandersetzen will und muss.

Bild: Effizient führte VSGU-Präsident Robert Grauwiller (stehend) durch die Versammlung. Im Bild mit Markus Werner (von links), Susanna Hospenthal und Andrea von Allmen.

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