Zum Jahresende 2025 hat die Solothurner Goldschmiede Aurum Schmuck Design ihre Türen geschlossen. Die Nachfolger sind Chantal Hofer und Oliver Leuenberger, die zuvor in Grenchen zwei eigenständige Ateliers geführt haben. Über eine gelungene Nachfolgelösung.
1994 haben Thomas Hürlimann und Ildefons Mathiuet ihre Goldschmiede Aurum Schmuck Design gegründet. Bekannt waren sie nicht nur für ihren Schmuck, sondern auch für ihre aussergewöhnlich gestalteten Schaufenster. Erst als das Pensionsalter langsam näher rückte, fiel der Entschluss, das Geschäft in der Gold’Or-Nachfolge-Ausgabe vom Januar 2024 porträtieren zu lassen. Dieses Porträt haben Chantal Hofer und Oliver Leuenberger gesehen – und schnell beschlossen, sich zu melden. „Dass ein vollständig eingerichtetes Atelier verkauft wird, und dann noch in unserer Region – das ist selten“, erklärt Oliver Leuenberger. „Deshalb war schnell klar, dass wir diese Chance nutzen und die Rahmenbedingungen erfahren wollten.“
Auf das erste Gespräch folgten viele weitere, bis schliesslich ein unterschriebener Kaufvertrag auf dem Tisch lag. Chantal Hofer und Oliver Leuenberger führen zwei eigenständige Ateliers, teilen sich aber eine Werkstatt, ganz wie bisher in Grenchen. Führt dieses untypische Konzept nicht zu Konkurrenz? „Nein, wir haben einen recht unterschiedlichen Stil. Aufträge teilen wir so auf, dass wir die Kundenwünsche am besten erfüllen können“, sagt Oliver Leuenberger. Das hätten sie mittlerweile gut im Gefühl. Ausserdem bringe das geteilte Atelier viele Vorteile mit sich, darunter erhöhte Sicherheit, geteilter Mietzins, gegenseitiges Helfen, grössere Flexibilität etwa bei kurzen Aussenterminen und überhaupt die Freude daran, nicht tagaus, tagein allein im stillen Kämmerlein zu sitzen. Zur Eröffnung am 24. Januar haben sie Stammkunden, Freunde und Bekannte eingeladen und gemeinsam den Neubeginn gefeiert.
Alte und neue Gesichter
Im Unterschied zu Grenchen ist Solothurn eine Stadt mit gelebter „Lädelikultur“ und wird auch von Touristen besucht. Am neuen Standort erwarten Hofer und Leuenberger deshalb mehr Laufkundschaft. Ihre Stammkunden hätten auf den Wegzug aus Grenchen fast durchwegs verständnisvoll reagiert, wie Chantal Hofer sagt. Viele bewegten sich ohnehin regelmässig in Solothurn. Und wer nicht so mobil sei, dem würden die Goldschmiede auch einen Hausbesuch abstatten. Ildefons Mathiuet erzählt, beim Aurum-Abschieds-Apéro seien auch die neuen Inhaber dabei gewesen. Er ist zuversichtlich, dass viele Neugierige bei ihnen vorbeischauen – und bleiben werden.
Hofer und Leuenberger beschreiben ihre Vorgänger als Tüftler, die jeden Quadratzentimeter des kleinen Raumes ausgenutzt hätten. Hürlimann und Mathiuet wiederum sind froh darüber, dass sie den Raum nicht zurückbauen und einem anderen Gewerbe übergeben mussten. So bleibt das Goldschmiedehandwerk an der Schaalgasse 1 auch in Zukunft lebendig. ca


