Die australische Künstlerin Helen Britton setzt sich in ihren Schmuckstücken, Skulpturen und Gemälden mit bedrohten Kulturen und Umweltthemen auseinander. Trotzdem entsteht oft ein heiterer, verspielter Eindruck. Eine erste umfassende Übersicht über ihr Werk ist kürzlich in Buchform erschienen.
Auch wenn man bei dem Namen Helen Britton gleich an ihre Schmuckobjekte denkt, ist sie zugleich als Malerin, Zeichnerin, Bildhauerin und Installationskünstlerin tätig. In ihrer Schmuckkunst arbeitet sie bevorzugt mit vorgefundenen Objekten und industriellen Materialien. Ihre Recherchen dokumentiert sie fotografisch und sieht die Fotografie als einen wichtigen Teil ihres Werkes an. Die multidisziplinär arbeitende Künstlerin hat die zeitgenössische Schmuckkunst massgeblich beeinflusst.
In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich intensiv mit Fragen der Erinnerung und des kulturellen Gedächtnisses. Dabei ist ihre Vorliebe für das Ausrangierte unübersehbar. Britton, die 1966 im australischen Lithgow geboren ist und heute in München lebt, erforscht ausserdem die tiefere Bedeutung von Dekoration. Dabei zieht sie immer wieder Parallelen zwischen historischen Ereignissen und der Herstellung von Schmuckstücken. Ob fröhliche Kindheitserinnerungen oder die dunkleren Seiten des Lebens: Ihre Objekte verweisen auf „all die Anstrengungen, den Humor, die Freude und das Scheitern unserer Existenz, visuell reduziert und emotional verdichtet“.

Reich an Bildern und Farben
Das bei arnoldsche Art Publishers erschienene Buch, ausgestattet mit Farbschnitt, doppeltem Siebdruck auf Leineneinband und Papierwechsel, stellt Brittons vielschichtiges, farbenfrohes, oft verspieltes Werk thematisch geordnet dar. 360 Abbildungen kontrastieren die Objekte mit Fotografien von Tieren, Landschaften und anderen Impressionen, die die Erfahrungswelt der Künstlerin geprägt haben. Textbeiträge von internationalen Kuratoren und Autoren treffen auf Texte von Helen Britton selbst und geben einen umfassenden Einblick in ihre Arbeit. pd



