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Gute Stimmung in Tucson

Hans Pfister war in der ersten Februarwoche auf den beiden grössten Edelsteinmessen im US-amerikanischen Tucson unterwegs. Für Gold’Or hat der Gemmologe seine Beobachtungen aufgeschrieben.

Die beiden grössten Edelsteinmessen in Tucson, Arizona, die AGTA (Americam Gem Trade Association) GemFair im Convention Center und die GJX (Gem & Jewelry Exchange) im grossen Zelt gegenüber, fanden wie immer in der ersten Februarwoche statt. Zum Glück waren die Messen um zwei Tage verkürzt worden, ungern erinnerten sich die Aussteller an die leeren Messehallen während den letzten drei Tagen im Vorjahr.

Angesichts der eingeführten hohen Zolltarife der Trump-Administration und des astronomisch hohen Goldpreises reisten die meisten Aussteller mit geringen Erwartungen an. Aber schon am ersten Tag wurden sie durch die hohe Besucherzahl überrascht. Bis zum Schluss waren die Messen gut besucht, anders als im Vorjahr.

Auch waren die europäischen Marken mit ihren Einkaufteams präsent und suchten alles nach feinen Steinen ab, die leider immer seltener werden. Deswegen ist es nicht erstaunlich, dass die Preise für feine Saphire, Rubine und Smaragde weiterhin steigen. Auch feine Mahenge-Spinelle, Tsavorite, Paraiba-Turmaline, Spessartingranate und Alexandrite werden seltener, was die Preise in die Höhe treibt. Von den erschöpften Minengebieten weltweit wird immer weniger gefördert. Die immer noch grosse Nachfrage nach Top-Qualität ist kaum zu decken. Entsprechende Steine werden von vermögenden Käufern und Sammlern sehr geschätzt und gezielt gesucht, auch weil das Vertrauen in weisse Diamanten gesunken ist. Deren Preiszerfall und das massive Auftauchen von Diamantsynthesen haben dazu beigetragen.

Der US-Detailhandel scheint sich etwas erholt zu haben, US-Juweliere zeigten mehr Enthusiasmus und waren kaufbereiter. Sicher hat die Vertrauenskrise im Diamantbereich dazu beigetragen, dass wieder vermehrt in Farbsteine investiert wird. Leider glänzten die Chinesen wieder durch Abwesenheit. Indische Käufer hingegen sind immer interessiert an feinen Steinen, allerdings sind sie auch Preisdrücker.

Insgesamt zeigten sich die Aussteller zufrieden mit der Messe, einige meldeten sogar Rekordverkäufe. Nächstes Jahr wollen sie wieder dabei sein, denn die Tucson-Messen zählen weltweit zu den wichtigsten Adressen für feine Farbsteine und aussergewöhnliche Mineralien. Die herrliche Kulisse der Wüste Arizonas trägt ebenfalls zur Attraktivität und der besonderen Atmosphäre Tucsons bei.

Hans Pfister

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