Vor drei Jahren hat Ceylons aus München angefangen, junge Frauen in Sri Lanka zu Edelsteinschleiferinnen auszubilden. Wie hat sich das Projekt „Female Empowered Lapidary“ seitdem bewährt und welche Zukunftspläne schmieden die Gründer?
Ceylons ohne Sri Lanka ist nicht denkbar. Dort befinden sich die Minen, aus denen Peter Janowski und Leander Schorr, die Gründer und Geschäftsführer, ihre Steine gewinnen. Von Anfang an ging es ihnen nicht nur um hochwertige Saphire, sondern zugleich um Nachhaltigkeit und soziale Verträglichkeit des Unternehmens.
In der Mine-to-Market-Lieferkette der jungen Firma werden alle Steine in den eigenen kleinen Minen im Land gefördert. Weil auch das Schleiferhandwerk tief in der Landeskultur verankert ist, werden die Steine direkt in Sri Lanka geschliffen. Leander Schorr sagt dazu: „Uns ist schnell bewusst geworden, dass es praktisch keine Frauen gibt, die auf internationalem Spitzenniveau schleifen können. Dabei ermöglicht ihnen dieses Wissen finanzielle Unabhängigkeit, egal welchen Lebensweg sie einschlagen. Schleifen können sie zum Beispiel auch nebenbei von zuhause aus, sobald eine Familie da ist.“
Zusammen das Schleifen lernen
Ceylons hat deshalb beschlossen, Frauen im Edelsteinschleifen auszubilden. Dafür gibt es seit Mai 2023 die Frauen-Schleiferei mit dem Namen „Female Empowered Lapidary“: Einige junge Frauen erhalten eine gemeinsame Unterkunft in Colombo, der exekutiven Landeshauptstadt an der Westküste der Insel, und werden dort von Schleifermeistern unterwiesen. Anders als bei Ausbildungen hierzulande steht von Anfang an das Endprodukt im Fokus, die Frauen schleifen nur echte Steine. Denn: Jedes Stück aus der kleinen Schleiferei muss später den hohen Ansprüchen der Kundschaft in allen Teilen der Welt genügen.
Aktuell befinden sich fünf Frauen in der Ausbildung. Seit der Lancierung 2023 hat das Programm schon mehrere Zyklen durchlaufen. Ein Unterschied in Ceylons‘ Ausbildungsprogramm: Der Kurs hat kein Enddatum. Die Teilnehmerinnen lernen bei ihrer täglichen Arbeit „on the job“ und werden direkt ins Netzwerk eingebunden. Die gemeinsame Unterkunft mit Küche ist ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidungsfindung der Frauen, denn viele von ihnen kommen aus ländlichen Regionen und könnten keine Unterkunft finanzieren. Der gesamte Betrieb läuft mit Solarenergie und ist CO2-neutral. Als zusätzliche Einkommensquelle bewirtschaften die Schleiferinnen ein Aquaponik-System im Garten, mit dem sie Blumen anbauen und verkaufen.
In Zukunft wollen Peter Janowski und Leander Schorr das Programm vergrössern. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit Schleifschulen in der Region Kandy, die das traditionelle Zentrum des Schleiferhandwerks bildet. Langfristig sollen so noch mehr Frauen von der Ausbildung profitieren, in der sie auf internationalem Niveau schleifen lernen und sich so eine eigene Existenz aufbauen können. ca


