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Ein Fest zum Abschluss der Lehrzeit

Die 19 Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2022-2026.

In fröhlich-gelöster Stimmung hat am 9. Juli die Abschlussfeier der Lernenden aus den Schulregionen Basel, Bern und Zürich stattgefunden. Für ausserordentliche Leistungen hat die Gaum-Langemann-Stiftung Geldpreise verliehen.

Zum ersten Mal gab es eine gemeinsame Feier für die Absolventen aus allen Deutschschweizer Regionen. Darauf machte Fabrefactum-Präsident Bruno Mojonnier die rund 200 Anwesenden bei seiner Begrüssung aufmerksam. Zugleich hat die Gaum-Langemann-Stiftung dieses Jahr zum 20. Mal ihre Preise zur Würdigung von herausragenden Leistungen verliehen. Ein besonderer Grund also, den Abend gebührend zu feiern. Dazu luden die grosszügigen und detailreich geschmückten Räume in der Zürcher Bananenreiferei ein, die der Verein Fabrefactum ausgewählt hatte.

Bruno Mojonnier
Bruno Mojonnier. Foto: Anne-Kathrin Lindner

Michaela Varin, die Prorektorin der Schule für Gestaltung in Zürich, würdigte das erlernte Handwerk: Die jungen Berufsfachleute seien nun in der Lage, Erinnerungsstücke zu fertigen, die Menschen auf ihrem Weg begleiten. Für ihre Zukunft wünschte sie allen Absolventinnen bleibende Freude am Gestalten.

Wie ein Familienfest

Trotz sommerlicher Temperaturen begann Mario Petrocchi seine Moderation der Preisverleihung mit dem Weihnachtslied „Alle Jahre wieder“. Wie ein Familienfest komme es ihm vor, freute er sich. Diese Freude war in der Tat spürbar, nicht nur bei den 19 Absolventinnen und Absolventen, sondern auch bei den Ausbildnern, Lehrpersonen, Prüfungsexperten, Berufskollegen und natürlich den Familien und Freunden. 18 junge Goldschmiedinnen und Goldschmiede – und mit ihnen eine Juwelenfasserin – haben nach vier intensiven Lehrjahren einen Meilenstein erreicht.

Kursinstruktor Fabian Leuenberger moderierte die Zeugnisübergabe mit zahlreichen persönlichen Details. Statt direkt den Namen aufzurufen, nannte er zuerst ein kurzes Zitat, das den Absolventen vorstellte, und liess nach einer kurzen Pause die Auflösung folgen. So war die Zeremonie von häufigem Gelächter durchzogen. Sponsor Daniel Locher sprach über das Privileg des Goldschmieds, Schönes mit Bestand zu fertigen und damit Vertrauen zu gewinnen. Er überreichte allen Zeugnisträgern einen Geschenkgutschein zur Einlösung bei Locherschmuck.

Mario Petrocchi mit Hans R. Brütsch
Mario Petrocchi mit Hans R. Brütsch. Foto: Anne-Kathrin Lindner

Das Streben nach Exzellenz

Hans R. Brütsch, Präsident der Gaum-Langemann-Stiftung, brachte allen das Gründerpaar, Kurt und Rosi Gaum-Langemann, nahe. Die Absolventinnen hätten schon jetzt grossen Ehrgeiz bewiesen, ganz im Sinne der beiden passionierten Goldschmiede, die ihre Schmuckstücke stets eine Qualitätsstufe höher anfertigten als vom Kunden bezahlt. Er dankte ausserdem den Ausbildungsbetrieben, die trotz den aktuellen Schwierigkeiten Wege gefunden hätten, ihre Begeisterung für das Handwerk weiterzugeben.

Die Leistungspreise wurden in vier Kategorien vergeben. In den drei ersten war jeder erste Platz mit 1500 Franken dotiert, jeder zweite mit 1000. In der Hauptkategorie Praktische Arbeit waren die Preise um je 500 Franken höher. Preise wurden ab der Note 5 verliehen. Bei Punktegleichstand wurden Preise mehrmals vergeben, ohne den Betrag aufzuteilen oder zu reduzieren.

Für das beste Arbeitsbuch wurden Stefanie Diriwächter (Bolli Goldschmied AG, St. Gallen, 1. Platz) und Ella Stingelin (Beat Lehmann Goldschmied, Basel, 2. Platz) ausgezeichnet. Im Rennen um das beste Kunden- und Fachgespräch gab es zwei erste Plätze mit der Note 6: Nina Strahm (Dorisschmuck, Luzern), und Nuri Rey (Meister 1881, Zürich). Den zweiten Preis erhielt Alisha Götzer (Péclard Suisse SA, Zürich) mit der Note 5,75.

Ausgezeichnet für die beste praktische Arbeit: Nuri Rey (r.) mit seinem Ausbildner Dan Hofer.
Ausgezeichnet für die beste praktische Arbeit: Nuri Rey (r.) mit seinem Ausbildner Dan Hofer. Foto: Anne-Kathrin Lindner

Für das beste Dossier wurde Stefanie Diriwächter für die Note 6 mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Nuri Rey belegte mit der Note 5,5 den zweiten Platz. Die beste praktische Arbeit leistete Nuri Rey mit der Note 5,5. Mit derselben Note, aber etwas weniger Punkten, schafften es Charlotte Frisch (Beat Lehmann Goldschmied, Basel) und Salem Jajovski (Goldschmiede Creationen GmbH, Bern) gemeinsam auf den zweiten Platz. Die Edelsteinfasserin Rahel Schlumpf (Bucherer AG, Luzern) erhielt für ihre praktische Arbeit mit der Note 5 einen ersten Preis und wurde zudem für ihr Arbeitsbuch ausgezeichnet (erster Preis, Note 5,1).

Für einen Schluss-Applaus wurden auch alle ehemaligen Preisträger auf die Bühne gebeten. Der grosszügige Apéro wurde gerne angenommen, ebenso wie die Fotobox und die Live-Musik des Sängers und Songwriters Hendrix Ackle. Zudem war die renommierte Illustratorin Jenya Essert für Live-Portraits mit Farben und Blattgold vor Ort.

Carina Andres

Titelbild: Die 19 Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2022-2026. Foto: Anne-Kathrin Lindner

 

Die Bananenreiferei bot auch draussen reichlich Sitzgelegenheiten.
Die Bananenreiferei bot auch draussen reichlich Sitzgelegenheiten. Foto: Anne-Kathrin Lindner

 

Erste Klasse mit neuem Bildungsplan
Die Klasse der diesjährigen Absolventinnen und Absolventen (2022-2026) ist die erste, die über ihre gesamte Lehrzeit hinweg nach dem neuen Bildungsplan ausgebildet wurde. Dieser Plan hat zahlreiche Änderungen gebracht. Eine davon: Die Abschlussprüfung rund um die praktische Arbeit ist nun in allen Kantonen einheitlich. Über vier Tage hinweg erarbeiten die Kandidaten ein Dossier mit Skizzen für unterschiedliche Schmuckstücke (12 Stunden, Anteil an der Note: 35%), führen ein simuliertes halbstündiges Kundengespräch (10%), bei dem die Experten eine der Kreationen bestellen, fertigen diese in 32 Stunden an (45%) und reflektieren ihre Arbeitsweise im neu eingeführten Fachgespräch (30 Minuten, Anteil 10%). Das Schmuckstück muss ab diesem Jahr direkt aus Gold hergestellt werden. Für die kreative Vorbereitung erhalten alle einige Wochen vor der Prüfung ein Thema, das in Form eines Moodboards ausgeschöpft wird. In diesem Jahr haben St. Galler Spitzen das Design bestimmt. ca

 

Nuri Reys Schmuckstück.
Nuri Reys Schmuckstück. Foto: Anne-Kathrin Lindner

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