Mehr als 60 Bewerbungen hat die 14-jährige Jael Reist seit Jahresbeginn verschickt. Sie möchte Goldschmiedin EFZ oder alternativ Edelsteinfasserin EFZ werden. Obwohl sie über eine positive Eignungsabklärung für diese Berufe verfügt, die Gold’Or vorliegt und in der ihre Kreativität und selbstständige und gründliche Arbeitsweise gelobt werden, hatte die Schülerin bisher keinen Erfolg bei der Stellensuche. Ein Ein-Mann-Betrieb würde gerne einen Teil von Jaels Goldschmiedeausbildung übernehmen, ist dafür aber auf einen zweiten Betrieb angewiesen, damit ein Verbund entsteht. Genauso willkommen wäre ein Betrieb, der die gesamte Ausbildung übernimmt. Jael, die nach dem Sommer in die neunte Klasse kommt, wohnt im Mittelland im Kanton Bern, nimmt aber für ihren Traumberuf auch längere Pendelstrecken in Kauf.
Gold’Or sieht die Situation in der Branche hier exemplarisch bestätigt. Gründe, nicht auszubilden, gibt es viele: zu wenig Platz, keine Zeit, hoher Aufwand, keine Nachfolgelösung für den Betrieb, unsichere Zukunft, baldige Pensionierung. Dennoch hoffen wir, dass sich noch eine Lehrstelle für Jael findet. Denn ohne talentierten und motivierten Nachwuchs kann die Branche nur schrumpfen.
Rückmeldungen an info@goldor.ch oder direkt an jael.reist@gmx.ch red.


