Ein eleganter Klassiker von Oris ist zurück: Die neue Artelier Complication ist eine urbane Dresswatch, klar, modern und bereit, aufzufallen. Hinter der neuen Artelier steht die 24-jährige Produktdesignerin Lena Huwiler. Im Gespräch schildert sie die Ideen, die bei der Entstehung leitend waren.
Gold’Or: Lena, Sie haben in Basel Industriedesign studiert. Was hat Sie motiviert, 2024 bei Oris einzusteigen?
Lena Huwiler: Ich bin direkt nach dem Studium zu Oris gestossen. Ich erinnere mich sehr genau an den Moment, als ich die Stellenausschreibung las. Ich war mitten in meiner Bachelorarbeit, liess alles stehen und liegen und stellte meine Bewerbung und mein Portfolio zusammen. Mit Oris teile ich die Liebe zum Detail und meine hohen Qualitätsansprüche.
Was prägt Ihr Design?
Ich bin ständig auf der Suche nach Ideen. Objekte, denen ich im Alltag begegne, kleine Details, die mich überraschen und erfreuen. Inspiration findet sich überall. Aber auch klassische Formen wie Architektur, Handwerk oder Interior Design sind inspirierend. Bei der Uhrenfertigung fasziniert mich die Verbindung traditioneller Handwerkskunst mit frischen Ideen und Designs.

Die Artelier Complication entstammt Ihrer Feder. Was war beim Projekt leitend?
Die neue Artelier Complication liegt einem Modell zugrunde, das sehr erfolgreich war. Mein Ziel bestand darin, dieses in eine zeitgemässe Gestalt umzuformen. Eine radikale Entscheidung war, auf zwei der vier Hilfszifferblätter zu verzichten und mich auf die Mondphase und die Anzeige der zweiten Zeitzone zu konzentrieren. So entstand Raum für ein modernes, aufgeräumtes Zifferblatt mit ausreichend Platz für die Mondphase sowie feine Details wie die facettierten Indizes.
Warum blieb die Mondphase wichtig?
Die Mondphase ist für mich eine romantische Hommage an die Uhrmacherkunst. In der neuen Artelier Complication spielt die Mondphase deshalb eine hervorgehobene Rolle. Das Fenster der Mondphase, das traditionell meist einen Halbkreis bildet, ist hier elegant in die Gesamtrundung des kreisförmigen Sternenhimmels eingebettet. Dieser sich so ergebende runde Sternenhimmel greift zudem die Designsprache des unteren Zifferblatts für die zweite Zeitzone auf und schafft ein ausgewogenes Ganzes.
Die Uhr ist 39,5 Millimeter gross. Wie kam es zu dieser Grösse?
Es ist eine Kombination verschiedener Faktoren. Die Proportionen des Gehäuses sind bei dieser Grösse ideal. Und da die Details leicht und fein gearbeitet sind, verträgt die Uhr diese Grösse gut und wirkt weder schwer noch aufdringlich. Ich habe eher schlanke Handgelenke, dennoch passt mir das Gehäuse perfekt.
Was hat Ihre Wahl der Zifferblattfarben beeinflusst?
Oris steht immer auch für Freude und für ein Lächeln. Wir wollten eine warme, elegante und selbstbewusste Palette, ohne Aufdringlichkeit. Elfenbein wirkt ruhig und selbstsicher, Mitternachtsblau strahlend und elegant, Kastanienbraun vielseitig und überzeugend. So bleibt die Kollektion souverän und zeitlos, ohne dass sie übertreibt.
Sie sind erst 24. Wie war es, so früh einen Schweizer Uhrenklassiker neu zu gestalten?
Es war eine spannende Herausforderung. Da es um die Entwicklung einer Linie ging, konnte ich sowohl das Gesamtkonzept als auch die Details der einzelnen Uhren gestalten – das war aufregend und bereichernd. Dass ein Unternehmen einer jungen Designerin dieses Vertrauen schenkt, ist nicht selbstverständlich, daher bin ich Oris sehr dankbar für diese Chance.
Jetzt ist die neue Artelier Complication da, wie gefällt Ihnen das Ergebnis?
Auch mit etwas Abstand wirkt sie für mich klar und modern, eine urbane Dresswatch. Gleichzeitig ist das Design vielseitig, klassisch und zeitgemäss. Ich kann mir gut vorstellen, dass Menschen meiner Generation sie gerne tragen – das stimmt mich glücklich. red.



