An der Pforzheimer Goldschmiede- und Uhrmacherschule hat die Traditionsmanufaktur Victor Mayer zum 37. Mal junge Gestalterinnen und Gestalter für ihre gezeichneten Designs gewürdigt. Das Ziel: Mut machen, den eigenen künstlerischen Ausdruck zu finden und handwerklich umzusetzen.
Jährlich schreibt die Pforzheimer Manufaktur Victor Mayer, die in vierter Generation als Familienbetrieb geführt wird, einen Preis aus. Im Geiste des Gründers, dessen Namen die Firma trägt, sollen die kreativen Leistungen der Schülerinnen und Schüler der Goldschmiede- und Uhrmacherschule gewürdigt werden. Für die ersten drei Plätze wurden Preise verliehen. Auf den ersten Platz schaffte es Philipp Then. Zweitplatzierte wurde Mia Bachus, auf den dritten Platz schaffte es Jakob Thurnher. Ein Thema war nicht vorgegeben.

Philipp Then hat einen Anhänger aus Gelb- und Weissgold entworfen, der als Akzent mit roten Steinperlen verziert ist. Inspiriert haben ihn primitive Werkzeuge aus früheren Kulturen. Das marmorartige Material hat er frei erfunden, es soll an Elfenbein respektive Horn erinnern. Obwohl der junge Mann bereits eine klare Vorstellung von seinem Stil hatte, hat ihm der Wettbewerb geholfen, neue Möglichkeiten auszuloten.

Zeichentrickfigur in Pavé
Für Jakob Thurnhers Entwurf, ein Collier mit Anhänger, hat ihm die amerikanische Serie „Roadrunner“ als Inspiration gedient. Das gesamte Schmuckstück ist in Pavé-Fassungen gearbeitet. Seinen Stil habe er noch nicht ganz endgültig gefunden, meint der Schüler. „Aber der Wettbewerb hat mich meinem Stil auf jeden Fall ein Stück näher gebracht.“
Marcus Oliver Mohr, Geschäftsführer und Urenkel von Victor Mayer (1857–1946), unterstreicht die Bedeutung der Kreativität noch vor der eigentlichen Herstellung: „Handwerkliche Qualität allein reicht für nachhaltigen Erfolg nicht aus. Design ist eine zentrale Säule. Ein Schmuckstück muss eine eigene Idee, eine erkennbare Haltung und Authentizität besitzen.“

Beim wachsenden Einfluss von generativer Technologie in KI-Modellen gewinnt diese Fähigkeit an Bedeutung, wie Mohr findet. Er führt aus: „Gerade deshalb bleibt es wichtig, junge Menschen darin zu fördern, selbst zu zeichnen, zu denken und eine unverwechselbare gestalterische Handschrift zu entwickeln.“
Design im Herstellungsland
Mohr ergänzt, dass das Etikett „Made in Germany“ auch vom deutschen Design lebe, weil Kunden die Herstellung, aber auch die Eigenständigkeit der Gestaltung schätzten. Zusätzlich zu den drei Hauptpreisen erhielten die beiden Schülerinnen Lea-Maria Götz und Meryem Günes eine Belobigung für ihre eingereichten Zeichnungen. red


