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Nächste Generation in Winterthur

Aus der Dominik Kulsen AG in Winterthur wird ab Januar die Kulsen & Mégroz GmbH. Mit der Übernahme durch Annia Mégroz beginnt für das auf natürliche farbige Diamanten spezialisierte Unternehmen ein neues Kapitel, in dem das Sortiment und die persönliche Betreuung für Goldschmiede und Juweliere erhalten bleiben. Firmengründer Dominik Kulsen begleitet den Übergang und bringt seine Erfahrung weiterhin ein.

Vor rund 40 Jahren gründete Dominik Kulsen sein gleichnamiges Unternehmen in Winterthur. Sein Weg führte ihn vom Studentenjob als Skilehrer in St. Moritz in den Diamanthandel. Seither hat er die Firma gemeinsam mit Mitarbeitenden und Geschäftspartnern aufgebaut. 2027 übergibt er die Firma an die Diamantgutachterin Annia Mégroz, die seit gut drei Jahren im Unternehmen tätig ist.

Für die neue Inhaberin verbindet sich mit der Übernahme die Möglichkeit, die Verantwortung gegenüber der Kundschaft zu übernehmen und gleichzeitig neue Impulse zu setzen. Qualität, Verlässlichkeit und das über Jahre gewachsene Vertrauen sollen die Grundlage der Zusammenarbeit bleiben. Mégroz will das Unternehmen schrittweise weiterentwickeln und ihre Kundenbesuche fortsetzen. „Mit vielen Goldschmieden und Juwelieren bin ich bereits regelmässig im Austausch, einige habe ich auch schon persönlich getroffen. Ich freue mich darauf, diese Beziehungen zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen, sei es bei ihnen im Geschäft oder an unserem Stand an der Inhorgenta Munich“, sagt sie.

Gemeinsamer Prozess

Annia Mégroz, die ab Januar die Firma übernimmt, wird im Hintergrund weiterhin von Dominik Kulsen begleitet. Dies besonders beim Einkauf, bei dem neben der Beurteilung der Steine auch Marktkenntnis, langjährige Lieferantenbeziehungen und Verhandlungserfahrung zählen. Die Übernahme sehen beide als gemeinsamen Prozess: „Gerade bei der Sortimentsgestaltung ist die Erfahrung von Dominik Kulsen von unschätzbarem Wert. Sie trägt dazu bei, unser Kerngeschäft in bewährter Qualität und Zuverlässigkeit weiterzuführen“, sagt Nachfolgerin Mégroz.

Das Kerngeschäft bleiben die natürlichen Diamanten mit dem Schwerpunkt auf Naturfarben. Das Angebot reicht von Kleinstware ab einem Millimeter bis zu grösseren Einzelsteinen von fünf Carat. Neben Champagner- und Gelbtönen deckt das Unternehmen ein breites Farbspektrum ab. Bei einzelnen Farben umfasst das Sortiment auch farbbehandelte natürliche Diamanten. So bietet das Unternehmen aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit naturfarbener blauer und grüner Steine in diesen Farben behandelte Ware an. Die angebotenen schwarzen Diamanten sind ebenfalls behandelt. Für die Beratung im Fachgeschäft ist damit zwischen dem natürlichen Ursprung eines Diamanten und dem natürlichen oder durch Behandlung entstandenen Farbton zu unterscheiden.

Synthetische Diamanten aufzunehmen, schliesst Mégroz auch für die Zukunft aus: „Ein klares Nein. Wir stehen für Naturfarben und natürlich, da haben Synthesen keinen Platz.“ twf

 

3 Fragen an Dominik Kulsen

Gold’Or: Dominik Kulsen, was bedeutet es für Sie, Ihr Unternehmen an die nächste Generation zu übergeben?

Dominik Kulsen: Ich habe die Firma mit meinen Mitarbeitenden und Partnern über gut 40 Jahre mit viel Engagement, Sorgfalt und Leidenschaft aufgebaut. Deshalb freut es mich sehr, dass wir eine Nachfolgelösung gefunden haben. Ich bin glücklich, dass Annia Mégroz diesen durchaus mutigen Schritt wagt.

Welche Rolle übernehmen Sie nach der Übergabe?

Ich ziehe mich aus dem Tagesgeschäft zurück, werde Annia Mégroz aber weiterhin unterstützen und ihr beratend zur Seite stehen. Zur Übergabe gehört für mich auch die Verantwortung, möglichst viel von meinem Wissen und Können weiterzugeben.

Worauf kommt es beim Wissenstransfer besonders an?

Ich werde meine Nachfolgerin in den nächsten Jahren beim Wareneinkauf begleiten. Das ist ein sehr sensibles Gebiet. Wie einst mein Mentor mich, möchte ich sie an den Diamantbörsen einführen und mit unseren langjährigen Lieferanten vertraut machen. Und nicht zuletzt muss auch das Feilschen erlernt werden. red.

Titelbild: Annia Mégroz und Dominik Kulsen

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