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Die Baselworld will Verantwortung übernehmen

Die Baselworld 2018 hat unter positiven Vorzeichen ihre Tore geschlossen. Ein grosses Thema war selbstredend die massive Reduktion von 1300 auf 650 Aussteller sowie mögliche weitere Abgänge im kommenden Jahr. Im Vorfeld waren alle Szenarien durchgespielt worden, spekuliert wurde sogar, ob die Tage der Baselworld nach dieser Auflage gezählt sein könnten. Während der Messe selber galt eigentlich schon als ausgemacht, dass der Aussteller-Exodus nächstes Jahr weitergeht. Der Weggang von Breitling beispielsweise schien bereits festzustehen. Im Licht der Nüchternheit lösen sich Gerüchte aber gern in Luft auf. Mit sichtlicher Erleichterung konnte Messedirektorin Sylvie Ritter anlässlich einer ausserordentlichen Pressekonferenz am letzten Messetag verkünden, dass sämtliche Aussteller der Halle 1.0 für das nächste Jahr wieder zugesagt hätten – also auch Breitling. Einzig die Genfer Uhrenmarke Raymond Weil liess ihre Teilnahme für das nächste Jahr offen.

Und auch der nächstjährige Termin, der bis am Ende der Messe ungewöhnlicherweise noch vage mit „im März“ kommuniziert worden war, steht nun fest: 2019 findet die Baselworld vom 21. bis 26. März statt – also wie 2018 während sechs Tagen. Darüber hinaus liess Ritter auch mit der Rückmeldung aufhorchen, dass man die Preise möglicherweise noch nicht für alle (kleineren) Aussteller ausreichend gesenkt habe. Das sind Töne, die man vom Baselworld-Team in dieser Form bis dato nicht gehört hatte und die darauf hindeuten, dass man den Schuss vor den Bug zur Kenntnis genommen hat. Zudem ist davon auszugehen, dass auch die grossen Aussteller ein Interesse an der Zukunft der Baselworld haben. Anders jedenfalls ist es nicht zu erklären, dass Tissot-Chef François Thiébaud, notabene ein Sprachrohr der Swatch Group, von Michel Jeannot in der Zeitung L’Agefi im Vorfeld der Messe mit den Worten zitiert wurde, dass nun Handlungsbedarf bestehe, weil ein weiterer Schwund der Aussteller das Aus der Baselworld bedeuten würde.

„Wir wollen die Branche weiterhin in ihrer ganzen Vielfalt zeigen“

Die Besucherzahlen selber sollen sich gemäss Ritter auf Vorjahresniveau bewegt haben. Viel relevanter als etwaige reale oder fiktive Besucherzahlen ist aber, dass die Mehrheit der Aussteller mit einer Messe zufrieden ist, und dies dürfte dieses Jahr der Falle gewesen sein. Ob es der Messe gelingt, auch im Schmuckbereich einen Turnaround in Angriff zu nehmen, muss abgewartet werden. Sylvie Ritters Statement während der Pressekonferenz – „Wir haben eine Verantwortung der Branche insgesamt gegenüber, wollen sie weiterhin in ihrer ganzen Vielfalt präsentieren. Wir möchten daher auch mittleren Schmuckunternehmen und den Maschinen-Herstellern wieder eine Präsenz in Basel ermöglichen. Für kleinere Aussteller wird es neue Formate geben, die wir im Laufe des Jahres entwickeln werden und die sich an deren finanziellen Möglichkeiten orientieren“ – deutet jedenfalls in eine positive Richtung. Gleichzeitig relativierte der Geschäftsführer der MCH Group, René Kamm, Ritters Aussage mit der Feststellung, dass diese neuen Formate nicht darauf abzielen würden, die Ausstellerzahl wieder zu heben. „Wir haben eine gute Grösse erreicht“, so Kamm, eine unkontrollierte Erweiterung werde also nicht angestrebt. Ob zumindest wieder eine kontrollierte Erweiterung einsetzt, bleibt abzuwarten. (mw)

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