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Favre-Leubas Zukunft ungewiss

Die indische Tata-Gruppe will den Vertrieb der Uhrenmarke Favre-Leuba in den nächsten ein bis zwei Jahren coronabedingt auf den Heimmarkt Indien beschränken. Entsprechend wäre wohl auch die nahe Zukunft des Schweizer Teams rund um Geschäftsführer Philippe Roten, der die Marke seit März 2020 leitet, in Frage gestellt.

Entscheid trotz positiver Resonanz

Der Entscheid kommt überraschend. Noch Anfang Oktober hatte die Marke in Zürich Lieferanten, Händlern, Uhrensammlern und der Presse die neuen Kollektionen präsentiert. Mit dem neuen Erscheinungsbild „Trust yourself“ wollte die Marke sich für die nächsten Monate und Jahre mit frischem Elan im Markt bewegen. Offensichtlich hat nun aber die aktuelle Entwicklung der Coronasituation in der Zwischenzeit zu einem Umdenken geführt. Auch Philippe Roten ist vom Strategiewechsel überrascht worden. Wie er ausführt, sei in diesem Jahr – trotz den erschwerten Marktbedingungen – seitens der Händler und Distributoren viel positive Resonanz zu spüren gewesen. Und auch die Verkaufszahlen, mit einem zweistelligen Prozentplus gegenüber 2019, seien gut gewesen. Roten hofft entsprechend, dass bis Mitte Januar noch positive Gespräche mit den Verantwortlichen in Indien geführt werden können, um die Effekte für den Standort Schweiz abzufedern.

Die indische Tata-Gruppe ist seit 2011 Besitzerin der Uhrenmarke Favre-Leuba. Nach dem Relaunch sind 2016 erste neue Kollektionen vorgestellt worden. Das Portfolio der Marke ist seither sukzessive erweitert worden. Bis 2019 unter der Leitung von Thomas Morf, anschliessend unter dem Inder Vijesh Rajan und seit bald einem Jahr unter Philippe Roten. Wie die Solothurner Zeitung am 16. Dezember betont hat, sei noch im Frühling in Indien entschieden worden, dass man an dem 2018 verabschiedeten Vierjahresplan, der bis 2022 Investitionen von rund 21 Millionen Franken vorsieht, festhalten wollte. Dieser Projektplan ist nun in Frage gestellt.

Titelbild: Raider Bathy 120 MemoDepth von Favre-Leuba.

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