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„Die Ausbildung würde es so nicht mehr geben“

Stefan Thoma aus Zofingen ist seit 2014 im Vorstand des VSGU. Seinen aktiven Einstieg in den Verband fand er vor rund 20 Jahren bei der Berufsbildungskommission. Auch heute sind dem Goldschmied, der immer Lernende im Betrieb hat, die Themen rund um die Ausbildung besonders wichtig.

Ich bin VSGU-Mitglied, weil ich das wichtig finde. Erstens bildet der Verband ein Netzwerk für uns Goldschmiede und Bijoutiers. Es geht um Solidarität, gemeinsam können wir mehr erreichen. Zweitens würde es die Goldschmiede-Ausbildung ohne den VSGU heute so nicht mehr geben. Da ich mein schönes Handwerk nicht nur im Betrieb ausführen, sondern auch auf einer anderen Ebene mitarbeiten will, engagiere ich mich seit sechs Jahren im Vorstand.

Mein liebstes Verbands-Thema ist auf jeden Fall die Ausbildung. Sie ist das Zentrale in meinem Beruf. Das was ich gerne mache, will ich auch weitergeben. Der Verband arbeitet aber nicht nur für den Nachwuchs, sondern bietet Dienstleistungen an, von denen die ganze Branche profitiert. Ein Beispiel ist der Rechtsdienst, der heute sehr mitgliedernah ist, oder das Engagement in Sachen Geldwäschereigesetz.

In meiner täglichen Arbeit bin ich der Traditionalist, der sich dem Handwerk verschrieben hat. Ich habe weder einen 3D-Drucker noch ein entsprechendes Programm in meinem Atelier. Ich finde zwar Freude an neuen Techniken, doch wenn ich sie nutzen will, dann mache ich das mit Kollegen zusammen, die sich darauf spezialisiert haben. Die jungen Leute finden das erstaunlicherweise spannend. Sie wollen bei mir das Handwerk lernen und nicht den Umgang mit dem Computer.

Etwas neidisch bin ich ab und zu auf die Kollegen, die ein wirklich gutes Händchen für Geschäft haben und etwas Grosses aufbauen. Mit meinem Betrieb kann ich mein Handwerk leben und meine Leidenschaft pflegen, als guten Geschäftsmann bezeichne ich mich aber nicht. Ich habe den Plausch und gehe jeden Tag gerne arbeiten.

Mein liebstes Schmuckstück ist eigentlich meine Freundin (lacht). Sie trägt viel Schmuck und auch immer wieder mal etwas von mir. Ich mag grosse, archaische Formen und den Jugendstil. Obwohl ich nicht auf einen Stil fixiert bin, erkennt man meine Handschrift, das finde ich spannend. Oft geht es mir so wie wohl vielen Goldschmieden: Wir fertigen für unsere Kunden vor allem Ringe, erst danach kommen Anhänger, Ohrschmuck oder selten mal eine Brosche.

In meiner Freizeit engagiere ich mich für unsere Branche. Eines meiner Steckenpferde ist das Präsidium des Verbands Schweizer Goldschmiede Innerschweiz. Als Berufsverband heissen wir auch Arbeitnehmer und Lernende willkommen. Mein Ziel ist es, die Handwerksberufe unserer Branche zu erhalten und Synergien mit dem VSGU zu nutzen. Weiter bin ich Präsident der Sektion Aargau/Solothurn/Baselland und Mitglied des Organisationsteams des Weihnachtsmarkts in Zofingen.

Privat ist mir der Austausch und Kontakt mit interessanten Leuten wichtig. Zum Beispiel beim Wandern – wobei ich schon lange nicht mehr dazu gekommen bin – oder bei einem feinen Znacht. Ein Hobby in dem Sinn habe ich nicht, meine Leidenschaft ist mein Beruf!

Stefan Thoma

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