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René Kamm geht

Nick Hayeks Ende Juli kommunizierter Rückzug von der Baselworld zeigt Wirkung. René Kamm hat sich in einvernehmlicher Absprache mit dem Verwaltungsrat der MCH Group AG entschieden, das Unternehmen zu verlassen. Angesichts der fundamentalen Transformationsphase der Geschäftstätigkeit sei der richtige Zeitpunkt für einen solchen Wechsel gekommen, so die MCH Group in einer Pressemitteilung. Kamm wird der MCH Group bis zur geregelten Nachfolge in den nächsten Monaten nach Bedarf zur Verfügung stehen. Ein Nachfolger wird jetzt gesucht. Ad interim wird Verwaltungsratspräsident Ulrich Vischer die operative Führung übernehmen.

Mediengespräch

Am 3. August fand in Basel ein rund einstündiges Mediengespräch mit Ulrich Vischer, René Kamm und Beat Zwahlen (Finanzchef) statt. Ausführlich wurde auf den Rücktritt Kamms eingegangen, sowie auf die derzeitige Transformationsphase, in der sich die Baselworld befinde. Kamm zog Bilanz und wehrte sich gegen den Vorwurf ein „Schönwetterkapitän“ gewesen zu sein, da  er in seiner rund 20-jährigen Karriere bei der MCH Group diverse Unwetter habe überstehen müssen. Auch Vorwürfe, der Neubau der Messe sei zu teuer und zu überrissen, wies er zurück. Die hohen Kosten seien vor allem durch die spezielle Statik des Gebäudes, das ohne Säulen auskommt, verursacht worden und hätten nur am Rande mit dem Namen Herzog & de Meuron zu tun gehabt. Zudem wies er darauf hin, dass zur Zeit, als man mit der Planung des Neubaus begonnen hatte, das iPhone noch nicht auf dem Markt gewesen sei, dass man seinerzeit die Folgen der Digitalisierung also nicht im vollen Masse habe abschätzen können.

Einmal mehr wurde von Seiten der MCH Group keinerlei Selbstkritik in Bezug auf die Preisstruktur oder die mangelnde Zusammenarbeit insbesondere mit kleineren Ausstellern geübt. Sicher ist es so, dass viele Aussteller heute andere Bedürfnisse an Messen haben als früher. Dass Messen aber auch heute noch für sehr viele, gerade kleine unabhängige Aussteller eine ausserordentlich wichtige Funktion ausüben und der grosse Ausstellerschwund keineswegs nur marktbedingt ist, wurde mit keinem Wort erwähnt.

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