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Swiss Diamond Vision

Seit mehr als vier Jahrzehnten beschäftigt sich Fritz Walz mit der Verarbeitung von Diamanten für Werkzeuge und Maschinen. Nun stellte er sich einer neuen Herausforderung und lässt im Labor „Emotions-Diamanten“ für Schmuck wachsen – für viele Goldschmiede schon heute eine willkommene Alternative zum teuren König der Edelsteine.

 

Experten sind sich einig: Diamant ist der einzige Rohstoff mit Emotionen – zumindest wenn die glitzernden Steinchen eine Hand, die Ohren oder den Hals einer Dame schmücken. Wer keine echten Diamanten vermag, der kann bereits seit den 50er Jahren auf künstlich hergestellte zurückgreifen. Solche wurden bis vor kurzem jedoch vorwiegend in der Industrie eingesetzt. Mit den Investitionen und dem neuen Verfahren der Firma Swiss Diamond Vision könnte sich das nun ändern.

Nach über 40-jähriger Erfahrung in der Verarbeitung von Diamanten für die Industrie, sei es in weltweit tätigen wie auch in eigenen Unternehmungen, hat sich der Ingenieur und Firmeninhaber Fritz Walz einer neuen Herausforderung gestellt: In der Firma Swiss Diamond Vision in Goldach/SG wachsen nun Diamanten im Labor. Die sogenannten „Emotionsdiamanten“ entstehen aus organischen Produkten wie beispielsweise Rosen, Golfbälle, Stadionrasen oder Hockey-Pucks, die die Kunden mitbringen und die mit einer persönlichen Geschichte verbunden sind.

 

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Barbara und Fritz Walz im Labor in Goldach.

 

Rohsteine bis zu sechs Carat

In Wachstumszellen, die mit hexagonalem Graphit aus den angelieferten organischen Produkten gefüllt werden, Katalysatoren und Impfdiamanten werden auf kubischen HPHT-Pressen bei rund 80’000 bar und 1800 Grad Celcius Labor-Diamanten hergestellt, die als Rohsteine bis zu sechs Carat wachsen können. Die möglichen Farben sind identisch mit denen der Naturdiamanten, können aber auch dem organischen Produkt entsprechen. Aus den Impfdiamanten, Rohdiamanten oder den geschliffenen Diamanten bis drei Carat kann der Goldschmied die gewünschten Schmuckstücke fertigen.

Diamanten über 0,3 Carat werden von SSEF, GGTL oder einem anderen Labor nach den vier „C’s“, die für Carat, Colour (Farbe), Clarity (Reinheit) und Cut (Schliff) stehen, analysiert und zertifiziert, genau gleich wie Naturdiamanten. Das Schleifen der Steine erfolgt in Antwerpen. Die Zertifikatsnummer kann auf Wunsch per Laser auf der Rundiste graviert werden.

 

Info
www.swiss-diamond-vision.com

 

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