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„Das Feedback des Marktes ist positiv“

Marco Carniello ist seit 2016 Direktor der Messe Vicenzaoro. Mit innovativen Konzepten in enger Absprache mit den Bedürfnissen der Aussteller konnte sich die Schmuckmesse in den letzten Jahren gut entwickeln. Mehr als 1000 Aussteller sind an der Veranstaltung im März präsent gewesen. Eine Besonderheit war der neu lancierte Uhrenbereich „VO’ Clock“.

Gold’Or: Marco Carniello, wie ist die diesjährige Vicenzaoro verlaufen?

Marco Carniello: Die ausserordentliche Verschiebung von Januar auf März hat uns nicht geschadet. Wir konnten eine hohe Ausstellerzahl vermelden und die Messe war gut besucht.

Sie sind unbeschadet beziehungsweise sogar gestärkt aus der Pandemie hervorgegangen. Warum?

Als die Pandemie im Februar 2020 begann, fragte mich jemand, halb im Spass, halb im Ernst, ob ich mich bereits nach einem neuen Job umsehe, denn das Messegeschäft gehe nun zweifellos dem Ende entgehen. Natürlich waren wir am Anfang nicht sicher, wie es weitergeht. Aber die neuen Umstände haben uns motiviert, Veränderungen einzuleiten: wir haben den Digitalisierungsprozess beschleunigt, unsere Online-Präsenz ausgebaut und neue Multimedia-Formate entwickelt. Und wir haben einige Punkte der Live-Messe überarbeitet. Diese Neuerungen tragen Früchte.

An welche Neuerungen denken Sie vor allem?

Die Messewelt hat sich verändert. Besucher kommen heute nicht mehr auf eine Messe, nur um sich ein wenig umzusehen. Sie haben einen genauen Plan und wollen in möglichst kurzer Zeit möglichst viel erledigen. Mehr denn je müssen Messen heute für die Besucher und natürlich auch für die Aussteller effizient sein. Die Wege müssen kurz und der Zeitaufwand minimal sein. Unsere Aufgabe als Messe ist es, den Besuchern und Ausstellern die Arbeit maximal zu erleichtern.

Wie sind Sie auf die Idee für das neue Uhrenformat „VO’ Clock“ gekommen?

Etwas Ähnliches hatten wir schon bei der September-Austragung der Vicenzaoro mit dem „VO’ Vintage“-Format eingeführt. Als wir Ende Dezember entschieden, die Januar-Messe ausserordentlich in den März zu verschieben, spürten wir ein grosses Interesse seitens der Uhrenmarken an einer Präsenz im Frühjahr. Am Ende konnten wir sogar eine Selektion der Marken vornehmen, weil die Nachfrage das Platzangebot überstieg.

Wie haben Sie die Marken ausgewählt?

Der Bereich „VO’ Clock“ sah 24 Marken vor. Wir wollten eine gute Mischung, eine Art Boutique-Format für Uhrenliebhaber. Mit weltweit bekannten Marken im hohen Preisbereich, neben Nischenmarken im Einstiegs- genauso wie im mittleren Bereich, sowie auch Ateliermarken mit einem Fokus auf technischer Spezialisierung. Dieses ausgewogene Angebot hat eine gute Resonanz gefunden. Gleichzeitig entschieden wir uns für offene Stände, die schnelle und unkomplizierte Kontakte ermöglichen. Die Uhren sollen im Vordergrund stehen, nicht die Stände.

Wie sieht die Zukunft des neuen Formats aus?

Wir haben positive Erfahrungen gemacht und werden das Konzept ausbauen. Künftig werden wir jeweils im Januar die zeitgenössischen Uhrenhersteller ins Zentrum rücken und im September den Vintage-Bereich. Das Vintage-Format, das wir 2020 eingeführten, erlaubte uns, ein B2C-Format zu testen, das wir jetzt auch im Bereich der modernen Uhren anwenden. Gemessen am Ausstellerinteresse im Vorfeld sowie am aktuellen Feedback der Aussteller während der Messe bin ich zuversichtlich, dass sich dieser Bereich in den nächsten Jahren gut entwickelt.

Also ein Hybrid-Konzept?

Ja. Es gibt Marken, die sich an der Vicenzaoro auf den B2B-Handel fokussieren wollen, es gibt aber Anbieter, die hier eher den B2C-Bereich bevorzugen. Darüber hinaus gibt es auch Marken, die in erster Linie Medienvertreter, Blogger und Influencer treffen wollen. Diesen unterschiedlichen Interessen und Ausstellerbedürfnissen wollen wir mit der neuen Uhrenplattform gleichermassen gerecht werden.

„Mehr denn je müssen Messen für die Teilnehmer effizient und zeitsparend sein.”

Wie sehr sind sie während der Messe als Direktor gefordert?

Normalerweise sind die Vorbereitungen intensiver als die Messe selber. Die ganzen operativen Arbeiten während der Veranstaltung verlaufen jeweils wie geplant und werden von meinem Team sehr gut betreut. An der Messe habe ich vor allem repräsentative Aufgaben, etwa Sitzungen mit Kunden, Journalisten und Gästen. Gestern traf ich mich mit dem Generalkonsul der Türkei, mit dem Generalkonsul von Japan sowie mit jenem von Indien. Das sind wichtige Aufgaben und Teil meines Jobs, ich mag das.

Welche Entwicklungen beobachten Sie im Schmuckbereich?

Der Schmuckbereich bleibt natürlich ein Zentrum der Vicenzaoro. Es freut uns, dass es gelungen ist, wichtige Marken zurück nach Vicenza zu holen, wie zum Beispiel Schreiner. Das zeigt uns, dass der enge Kontakt, den wir mit den Marken pflegen, verbunden mit unserer Arbeit, sich auszahlt. In allen Bereichen waren wir dieses Jahr ausgebucht. Dieses Feedback seitens des Marktes ist sehr positiv. und motiviert uns für die weitere Zukunft.

Marcel Weder

vicenzaoro.com
Die nächste Vicenzaoro findet vom 9. bis 13. September 2022 statt.

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