Die Metro zählt zu den bekanntesten Modellen von Nomos Glashütte. Und das schon seit 2014, als die Uhr erstmals auf den Markt kam. Der Designer hinter der Metro ist Mark Braun. Was hat ihn inspiriert und worauf kommt es bei der Gestaltung einer Uhr überhaupt an?
Nicht nur Uhren finden sich im Portfolio des Berliner Designers. Mark Braun gestaltet auch Möbel, Schreibgeräte, Besteck und Einrichtungsgegenstände. Beim Design einer Uhr findet er, die formale Eigenständigkeit müsse schon auf eine Distanz von zwei Metern erkennbar sein. „Das Design einer Uhr ist eine Chance, Haltung und Qualität in einen Gegenstand zu übertragen.“ Weil dieser Gegenstand sichtbar am Handgelenk getragen wird, ist sein Design für den Träger identitätsstiftend, weist aber zugleich auf die Marke hin.
Welche Bedeutung hat die Alltagstauglichkeit? Mark Braun versteht Uhren als Begleiter, die im Alltag auf vielen Ebenen funktionieren müssen. Eine Uhr muss gut ablesbar sein, angenehm zu tragen und belastbar. Aber auch formal sendet sie ein Signal aus, mit dem die Trägerin sich selbst mitteilt.

Symmetrien brechen
Mark Brauns Ziel bei der Metro: Zeit sichtbar machen und die Genauigkeit des Uhrwerks feiern. „So sind die abgesetzten Zeiger und die Doppelringe für Minuten und Stunden entstanden.“ Als eine Art Überrraschungseffekt hat er die Symmetrie des Zifferblatts in Frage gestellt und sich für lebendige Farbakzente entschieden. Archetypisch sieht der Designer in der Metro „ins Moderne überführte Zitate der Flieger- und Taschenuhr“. Bei der feinen Perlierung der Krone waren die Werkzeuge der Uhrmacher mit ihren strukturierten Griffen seine Inspiration. Als Gegenpol zur Tangente sollte die Metro weiche, runde Formen bekommen, die man heute bei den Bandanstössen und dem doppelt gewölbten Glas findet.
Für die Zukunft sind weitere Modelle im Gespräch. Mark Braun kann sich vorstellen, mit nachleuchtenden Details zu arbeiten und – wegen der Silberbergwerkgeschichte der Region – denkt er über eine Limited Edition in Silber nach: „Es ist eine Leidenschaft, mit der Metro zu spielen und neue Aspekte zu zeigen, ohne ihre DNA aufzugeben. Wer weiss, was wir hier noch erleben dürfen.“ ca


