Millionen Menschen leiden an vermeidbaren oder behandelbaren Augenerkrankungen, weil ihnen der Zugang zu augenmedizinischer Versorgung fehlt. Mit der Initiative „Altgold für Augenlicht“ des Schweizerischen Roten Kreuzes können Schweizer Goldschmiede und ihre Kunden die Lebensqualität vieler Menschen verbessern.
Am achten Oktober ist der Welttag des Sehens. Zusammen mit Organisationen rund um den Globus weist auch das Schweizerische Rote Kreuz SRK auf die Bedeutung von Augenmedizin hin. In diesem Bereich sind Behandlungen meist kostengünstig und gleichzeitig besonders wirksam, indem sie die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig erhöhen. Das SRK engagiert sich konkret in afrikanischen und asiatischen Ländern für Prävention und Früherkennung sowie für mobile Augenkliniken, Operationen und die Ausbildung von medizinischem Fachpersonal.
Schweizer Goldschmiede und Schmuckhändler sowie ihre Kundschaft können dieses Anliegen selbst aktiv unterstützen. Neben Geld nimmt das SRK nämlich auch Altgoldspenden entgegen, ausserdem nicht mehr getragenen Schmuck oder Schmuckreste. Was gut erhalten ist, wird weiterverkauft, zum Teil auf Auktionen, teils auch unter redcross-gold.ch. Was defekt ist oder Gravuren aufweist, wird eingeschmolzen, der Erlös fliesst in die Augenlicht-Aktion.

Kurze Reise nach Togo
Einer der Schwerpunkte des Projekts liegt in Togo, wo das SRK seit Jahren mit dem Togolesischen Roten Kreuz zusammenarbeitet. Aktuell trägt es zum Aufbau einer Initiative für gesundes Altern bei, die die Bedürfnisse älterer Menschen ganzheitlich in den Blick nimmt. Neben sozialen und psychologischen Aspekten spielt die Augengesundheit dabei eine zentrale Rolle. Weil in Togo viele Menschen keinen Zugang zu entsprechender Versorgung haben, bleiben Sehschwäche oder Grauer Star häufig unbehandelt. Dabei sind diese und andere Augenkrankheiten gut heilbar.
So ging es auch dem ehemaligen Lehrer Kossi Darrah (69), der mit seiner Frau in einem Vorort von Lomé wohnt. Vor 16 Jahren hat er bemerkt, dass sein Sehvermögen abnimmt. Die finanziellen Mittel für eine Behandlung waren jedoch nicht vorhanden. So verlor Darrah schliesslich sein Augenlicht; heute ist er blind und bei vielen alltäglichen Aufgaben auf Hilfe angewiesen. Durch den Einsatz des SRK kann er sein Leiden endlich medizinisch abklären lassen und erhält so die Chance auf eine Behandlung. Regelmässig besucht er ausserdem einen Seniorenclub des Schweizerischen Roten Kreuzes, in dem er sich mit anderen austauscht und Gesundheitsinformationen erhält.

Schweizer Partner
Das Berner Goldschmiedeatelier Punctum Aureum unterstützt die Projekte seit mehr als zehn Jahren mit seinem Fachwissen und handwerklichen Können. Die gespendeten Schmuckstücke werden im Atelier unentgeltlich gereinigt, fachgerecht instandgesetzt und geschätzt. Was sie zu diesem langjährigen Engagement bewegt, erklärt Inhaberin Claudia Neuburger: „Für uns ist dies eine sehr stimmige Verbindung unseres täglichen Handwerks mit einem sozialen Zweck. Durch den Verkauf ermöglicht der Schmuck Menschen den Zugang zu einer augenmedizinischen Behandlung. Es ist besonders wertvoll zu wissen, dass wir mit unserer fachlichen Arbeit ganz konkret etwas bewirken können.“ red


