Lesezeit

4m 51s

Share

Roamer

Roamer

Die FM Swiss Logistics von Christian Frommherz hat zusammen mit der Constrade Watch GmbH von Leonhard und Georg Schweiger per Anfang März die Uhrenmarke Roamer übernommen. Ebenfalls seit März gehören die Uhren von Jacques du Manoir zum Portfolio. Mit den beiden Swiss-made-Marken bietet sich dem Fachhandel ein qualitativ hochwertiges Uhrensortiment im Einstiegs- und Mittelpreis-Segment.

Gold’Or: Leonhard Schweiger, im März haben Sie zusammen mit Christian Frommherz die Marke Roamer übernommen. Wie kam es zu dieser Übernahme?

Leonhard Schweiger: Persönlich bin ich seit 2009 für den weltweiten Vertrieb der Marke Roamer verantwortlich. Ich kenne die Marke und ihr grosses Potenzial sehr genau. Im Rahmen der International Luxury Group (ILG), zu der sie zuvor gehörte, kam sie als Teil eines breiten Markenportfolios zu wenig zur Geltung. Roamer ist keine Marke, die Sie einfach ins Geschäft stellen können. Unsere Uhren verkaufen sich dort gut, wo sie gut erklärt werden. Als Alleinverantwortliche können wir die Stärken der Marke nun wieder voll ausspielen.

7-18_CS_Roamer_PORTRAIT 7-18_CS_Roamer_Rockshell-Mark-III_Soldat_220837_41_55_02 7-18_CS_Roamer_Searock_Soldat_210633_41_45_20 7-18_CS_Roamer_Superior-Chrono-II_510902-39-54-05 7-18_CS_Roamer_JDM_Cocktail_SOR.07 7-18_CS_Roamer_JDM_Inspiration_NROP.07
<
>
Kollektion „Inspiration“ mit rund 20 Modellvarianten mit Edelstahlgehäuse und Edelstahlbändern, uni- oder bi-color in den Farbtönen Rosé- und Gelbgold sowie Edelstahl.

Wo liegen die Stärken von Roamer?

Roamer ist eine Swiss-made-Uhrenmarke, die sich durch ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis auszeichnet. Traditionell liegt unsere Kompetenz im Automatik-Bereich, wir verfügen aber auch über ein breites Quarzsortiment. Im mittleren Preissegment bietet Roamer mit Modellen zwischen 189 und 899 Franken hochwertige Schweizer Damen- und Herrenuhren. Alle Modelle sind zudem mit Saphirglas bestückt. Darüber hinaus bieten wir unseren Händlern Margen von mindestens 50 Prozent. Die oft zitierte gute Partnerschaft zwischen Hersteller und Händler muss sich ja auch konkret manifestieren.

Welche besondere Rolle spielt Swissness bei Roamer?

Die Partnerschaft zwischen Christian Frommherz und mir bietet viele Vorteile: Er bringt das Knowhow auf der Produktionsseite mit, während ich die Vertriebserfahrung einbringe. Christian Frommherz‘ Unternehmen Fabhor SA und FM Swiss Logistics mit Sitz in Mendrisio sind für die Fertigung der Gehäuse und Gehäuseböden und die gesamte Entwicklung und Assemblage der Roamer-Uhren verantwortlich. Diese Produktionskompetenz im Tessin garantiert uns gewissermassen „Swissness mit Marge“. Wir sind auch für künftige Erhöhungen der Anforderungen gewappnet und erreichen mit Roamer wohl jetzt schon einen 70-Prozent-Anteil.

Wie präsentiert sich das Sortiment in Zukunft?

Wir wollen uns künftig wieder vermehrt auf die Bestseller von Roamer konzentrieren. Das heisst wir werden die Kollektion eher wieder straffen, nach dem Motto: lieber eine neue Variante eines bestehenden erfolgreichen Modells, als auf Gedeih und Verderb die Lancierung einer neuen Linie, die den Charakter der Marke eher verwässert. Das heisst nicht, dass wir nicht auch neue Linien in der Pipeline haben, auch Anfang 2019 warten wir mit einer Reihe von Neuheiten auf.

Was ändert sich bei Roamer für den Schweizer Markt?

Die Schweiz zählt traditionell zu unseren wichtigsten Märkten. 2014 erzielten wir weltweit am meisten Umsatz auf dem Heimmarkt. Dem wollen wir uns wieder annähern und auch das Verkaufsnetz ausbauen. Wir sind hierzulande traditionell stark an Tourismuslagen und arbeiten mit namhaften Händlern sehr gut zusammen. Generell wollen wir die Händler mit Marketingmassnahmen und Schulungen wieder verstärkt unterstützen. Ausserdem werden wir die Kundenbesuche vor Ort intensivieren.

Wer ist der typische Roamer-Kunde?

In erster Linie sind dies Leute, denen das Thema Swissness wichtig ist und die ganz bewusst eine Swiss-made-Uhr kaufen. Der typische Roamer-Kunde ist zudem stilbewusst. Er will eine sportlich-elegante und gleichzeitig wertige Uhr tragen und zeichnet sich durch ein hohes Qualitätsbedürfnis aus. Im Schnitt ist der Roamer-Kunde etwa zwischen 35 und 65 Jahre alt.

Sie fokussieren also nicht auf die „Generation Z“?

Kürzlich wollte mir jemand weismachen, unser zukünftiger Kunde sei zwischen 18 und 25. Daran glaube ich nicht, aber natürlich passen wir unsere Kommunikation laufend an. Auf Instagram haben wir unsere „Follower“-Zahl innert weniger Wochen von 0 auf 7000 aufgebaut, notabene nicht gekaufte, sondern reelle Kontakte. Roamer ist aber sicher keine reine Social-Media-Marke, entsprechend bleiben auch klassische Marketingmassnahmen und Printmedien im Fokus. Generell glaube ich zudem nicht, dass im Uhrenbereich alles online geht. Den traditionellen Multibrand-Händler, wenn er am Ball bleibt, wird es auch in Zukunft geben. Die Zukunft wird durch eine gelungene Verbindung von Offline und Online gestaltet werden.

Seit Anfang März sind Sie auch für den Vertrieb der Marke Jacques du Manoir verantwortlich. Warum diese zweite Marke?

Wie Roamer ist Jacques du Manoir eine vollwertige Swiss-made-Uhrenmarke, liegt aber preislich tiefer, mit Verkaufspreisen zwischen 79 und 199 Franken. Das bietet uns eine sinnvolle Ergänzung unseres Portfolios. Die Marke ist hervorragend aufgestellt und verfügt insbesondere im Damenuhrenbereich über ein starkes Sortiment. Den Anteil der Männermodelle werden wir auf 25 Prozent erhöhen.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Jacques du Manoir in der Schweiz?

In der Schweiz ist Jacques du Manoir vorwiegend im Tourismusbereich aktiv. Wir wollen aber wieder deutlich breitflächiger arbeiten. In Zukunft wollen wir das Potenzial von Jacques du Manoir voll ausschöpfen, mit dem Ziel, die Marke zu einem führenden Namen im unteren Preissegment zu machen, wenn nicht gar zur führenden Swiss-made-Einstiegsuhr.

Roamer of Switzerland –  seit 1888
Die Geschichte von  Roamer beginnt 1888. Fritz Meyer eröffnet in Solothurn eine Werkstätte für Zylinderhemmungen, einige Jahre später startet er mit der Herstellung ganzer Uhrwerke. 1918 beginnt sich das Unternehmen auf die Fertigung hochpräziser Uhrwerke zu konzentrieren, die unter dem Namen Roamer verkauft werden. 1923 erreicht die Werkproduktion eine Million Einheiten pro Jahr. 1952 ändert der Firmenname zu Roamer Watch & Co., die Uhren werden fortan unter diesem Namen verkauft. 2018 übernehmen Christian Frommherz und Leonhard Schweiger die Marke. Neben dem traditionell starken Heimmarkt Schweiz zählen Polen, Russland, Österreich, Ungarn, Deutschland, Australien und Grossbritannien zu den Hauptmärkten, und in Indien steht Roamer vor dem Markteintritt. Insgesamt ist Roamer weltweit in 75 Ländern vertreten und verfügt über 3480 Verkaufspunkte.

Info
Roamer AG/ Jacques du Manoir AG
Hohle Gasse 7, 4323 Wallbach
Telefon 091 646 60 00
info@roamer.ch / info@jacquesdumanoir.ch
www.roamer.ch / www.jacquesdumanoir.ch

Verwandte Themen

Klassiker bleibt Klassiker

Die neuen Fortis-Piloten, Jupp Philipp und Lorenz Aebischer setzen weiterhin auf das Flaggschiff „Official Cosmonauts“.

mehr

Aerowatch spielt gut aus den Taschen

Aerowatch hat das Hebdomas-Werk restauriert und dessen ursprünglichen Charakter beibehalten.

mehr

Ein Glücksfall für Fortis

Jupp Philipp hat die Marke Fortis per Anfang September übernommen, neuer Geschäftsführer ist Lorenz Aebischer.

mehr