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Wachsende Uhrenindustrie freut Zulieferer

Die diesjährige Austragung der Genfer Zuliefermesse EPHJ-EPHM-SMT ist ganz im Zeichen einer wiedererstarkten Uhrenindustrie gestanden, während die Auftragslage auch im Schmuckbereich von vielen Lieferanten als positiv beschrieben wird. Entsprechend waren viele Aussteller bereits mit gefüllten Auftragsbüchern an die Messe gekommen.

Vor einem Jahr herrschte ein anderes Bild. Viele Aussteller waren mit Sorgenfalten an die Zuliefermesse EPHJ-EPMT-SMT in Genf gereist und hatten ein schwieriges Jahr – beziehungsweise schwierige Jahre – hinter sich. In den letzten zwölf Monaten hat sich die Lage gewandelt und entspannt. Seit Mitte 2017 brummt der Motor wieder, viele Aussteller sind mit Aufträgen gut versorgt und entsprechend war der Druck, neue Projekte an Land zu ziehen, bei vielen weniger gross als in den Jahren zuvor.

Bei Dubois Dépraz beispielsweise, einem Uhrwerkmodul-Spezialisten aus dem Vallée du Joux, beschrieb man die Lage in dieser Richtung. Die letzten zwölf Monate seien ausserordentlich zufriedenstellend verlaufen, um rund 40 Mitarbeiter ist die Belegschaft innert Jahresfrist auf 350 angewachsen. Ein Wachstumswert, der über dem Branchendurchschnitt liegen dürfte, der die derzeitigen Zuwachsraten bei den Uhren- und Schmuckzulieferern aber dennoch ziemlich gut wiederspiegeln dürfte.

Martin Schürch, Marketingverantwortlicher der Witschi Electronic AG aus Büren an der Aare, einer Spezialistin für Mess- und Prüftechnikgeräte für die Uhrenindustrie, zeigte sich mit der diesjährigen Ausgabe ausserordentlich zufrieden. An allen Tagen habe man viele Besucher am Stand begrüsst und insgesamt sehr gut gearbeitet, einzig der Mittwoch sei etwas ruhiger gewesen. Auch bei Invicon, einem auf Keramikverbundstoffe für die Uhren- und Schmuckherstellung spezialisierten Unternehmen, war man mit der diesjährigen Austragung zufrieden, wobei Inhaber Peter Bubendorfer betonte, dass die Auftragslage seitens der Schmuckindustrie derzeit besser sei als jene der Uhrenindustrie. Dazwischen gab es auch einige negative Stimmen. Franck Dangeul von Laser-In, Spezialist und weltweiter Vertriebspartner für Laserschweissgeräte der Firmen Rofin und Orotig, zeigte sich eher enttäuscht von der diesjährigen Messe, wobei er betonte, dass Messen in seinen Augen derzeit generell Probleme bekundeten, dass es also eher das Format selber sei, das sich möglicherweise überholt habe.

Auch bei Swiss Kubik, Westschweizer Hersteller von Uhrenbewegern, war man mit der diesjährigen Austragung zufrieden. Ein neues Modell in Leder.

Konsolidierung auf hohem Niveau

Die Messe selber konnte den hohen Wert halten. Wie im Vorjahr besuchten über 20‘000 Fachleute die EPHJ-EPMT-SMT. Die Zahl von 820 Ausstellern entsprach ebenfalls dem Vorjahr. Wie die Messeleitung auch dieses Jahr betonte, strebe man nach wie vor kein weiteres Wachstum der Ausstellerzahlen an. Dies geschehe auch in Absprache mit einer deutlichen Mehrheit der Aussteller, die mit der aktuellen Grösse mehr als zufrieden seien und einer weiteren Expansion der Messe kritisch gegenüberstünden. Tatsache ist, dass die Messe aktuell eine ideale Grösse erreicht hat. Nachdem sie seit ihrer Gründung 2001 Jahr für Jahr im zweistelligen Prozentbereich zugelegt hatte, hat sie sich nun seit drei, vier Jahren im aktuellen Grössenbereich eingependelt.

Tatsache ist, dass die Messe aktuell eine ideale Grösse erreicht hat.

Die EPHJ-EPMT-SMT hat sich im Bereich der Zulieferer als „Nonplusultra-Messe“ längst etabliert. André Colard, Co-Gründer der Messe, brachte ihren Stellenwert mit deutlichen Worten auf den Punkt: „Ich kenne keine Marke, von der nicht mindestens einer ihrer Lieferanten mit einem Stand auf der EPHJ-EPMT-SMT präsent  ist“, so Colard. Dass die Zulieferbranche lückenlos an der Messe vertreten ist, liegt auch daran, dass die EPHJ sich schon wenige Jahre nach ihrer Gründung auf verschiedene Branchen ausgerichtet hat und damit dem Kundenprofil vieler Aussteller entgegenkam. Durch die Öffnung hin zur Mikro- und Medizinaltechnik-Branche, die bereits vor über zehn Jahren erfolgt war, konnte die Ausstellerzahl auch in Krisenjahren der Uhrenbranche gehalten oder gesteigert werden. Einerseits wurden neue Aussteller angesprochen, andererseits sahen bestehende Aussteller durch die weite Ausrichtung der Messe nach wie vor ein grosses Interesse, an der EPHJ-EPMT-SMT präsent zu sein.

Grosser Ausstellerpreis

Etabliert hat sich auch der Grosse Ausstellerpreis, der dieses Jahr zum fünften Mal vergeben worden ist. Nominiert waren im Vorfeld sechs verschiedene Unternehmen: Acquandas (Kiel/Deutschland), Axxios Technology aus Delémont, Cristaltech aus Satigny, die bereits 2014 nominiert war, Optec SA, das Start-up-Unternehmen SY & SE Sàrl aus La Chaux-de-Fonds sowie das französische Unternehmen Vulkam. Als Sieger ging letztlich das Start-up-Unternehmen SY &SE hervor, das eine neue Technik im Bereich Materialverbindung entwickelt hat, die ohne Klebeverfahren oder Schweissen auskommt. Im Vergleich zu anodischen Verbindungsverfahren wird dabei mit geringeren Temperaturen gearbeitet, das heisst mit 160 Grad im Gegensatz zu 300 bis 400 Grad, zudem können Materialien wie Glas mit deutlich mehr Materialien verbunden werden.

Die nächste Austragung der EPHJ-EPMT-SMT findet vom 18. bis 21. Juni 2019 in Genf (Palexpo) statt.

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