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Trügerisches Hoch

Die Schweizer Uhrenindustrie exportierte 2019 Uhren und Bestandteile im Wert von 21,68 Milliarden Franken. Das sind rund 2,4 Prozent mehr als 2018, rund 8,8 Prozent mehr als 2017 sowie 11,7 Prozent mehr als 2016. Nur 2014 lag der Wert bislang mit 22,25 Milliarden Franken höher (2015 lag er bei 21,53 Mia.). Trotz eines Rückgangs um 11,4 Prozent blieb Hongkong mit 2,659 Milliarden Franken der grösste Zielmarkt. Knapp dahinter mit 2,4 Milliarden (+8,6%) bleiben die USA der zweitgrösste Zielmarkt. China wiederum vermochte um 16,1 Prozent zuzulegen und bleibt mit 1,994 Milliarden der drittgrösste Absatzmarkt.

 

Ebenfalls wachsend waren die Märkte Japan (+19,9%), Grossbritannien (+10,8%) und Singapur (+14,6%). Die EU-Länder Deutschland und Frankreich verblieben mit minimalen Zuwächsen quasi auf Vorjahresniveau (1,12 bzw. 1,07 Mia.), während für den neuntgrössten Absatzmarkt Italien gegenüber 2018 ein Minus von 4,2 Prozent verzeichnet wurde.

 

Durchzogene Bilanz

Trotz des soliden Wachstums in Bezug auf das Wertvolumen zieht der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH eine geteiltes Fazit: „Die allgemeine Bilanz“, so die FH, „ist durchzogen und je nach Anbietern, Märkten oder Produktkategorien sind die Ergebnisse teilweise recht unterschiedlich.“ Auf den ersten Blick ein guter Wert. Aber es gibt Zeichen, die zur Sorge Anlass geben. Die zweite Jahreshälfte war zwar mit 3,2 Prozent überdurchschnittlich gut im Vergleich zur ersten, die um 1,5 Prozent höher war als im Vorjahr. Jedoch erwies sich insbesondere das letzte Jahresquartal im Quervergleich mit einem Wachstum von „nur“ 1,1 Prozent als eher schwach.

 

Darüber hinaus präsentieren sich die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Rahmenbedingungen weltweit als fragil und schwer vorhersehbar. Eine Verschärfung der Konflikte auf allen Ebenen könnte die Absatzmöglichkeiten im beginnenden neuen Jahr zweifelsohne erschweren.

 

Grosses Sorgenkind bleiben zudem die Stückzahlen. Mit einem Gesamtrückgang um 13,1 Prozent hält ein bereits seit mehreren Jahren feststellbarer Trend weiter an. Insgesamt wurden 20,6 Millionen Uhren ins Ausland exportiert, das sind 3,1 Millionen weniger als im Vorjahr, was einem historischen Tiefstand entspricht. Wie die FH schreibt, lässt sich diese Baisse sogar mit dem grossen Einbruch zu Beginn der 1980er Jahre vergleichen.

 

Bei den mechanischen Uhren ist der Rückgang etwas weniger stark: 2019 wurden 7,235 Millionen Uhren exportiert gegenüber 7,525 Millionen 2018. Das ist ein Rückgang von 3,9 Prozent. Der durchschnittliche Exportwert lag bei 2361 Franken pro Uhr (Vorjahr: 2171 CHF). Bei den Quarzuhren ist der Schwund aber tatsächlich beängstigend: 2019 wurden noch 13,397 Millionen Uhren ausgeführt, gegenüber 16,215 Millionen im Vorjahr. Das sind 17,4 Prozent weniger als 2018. Der Durchschnittsexportwert stieg dabei pro Uhr von 222 auf 252 Franken.

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