Trotz schlechten Vorzeichen wie dem anhaltend hohen Goldpreis ist die Inhorgenta gut gelaufen und hat sowohl Einkäufern als auch Ausstellern eine lohnende Plattform geboten. Einzig der Schnee sorgte teils für eine erschwerte Anreise.
Die Inhorgenta hat Ende Februar mehr als 25‘000 Fachbesucher angelockt, die aus 94 Ländern stammten. Die rund 900 Aussteller haben sich mit 1200 Marken präsentiert. Etwas mehr als die Hälfte der Aussteller, 55 Prozent, kamen aus dem Ausland. Laut der Messevertretung BTO Solutions war die Schweiz mit 37 Ausstellern vertreten. Zu ihnen gehörten unter anderen Jowissa, Ba111od, Mathey-Tissot, Cover Watches, Atlantic, Frieden und Abouchar SA.

Messeleiter Stefan Rummel war seine Euphorie anzumerken: „In den vergangenen Jahren hat die Inhorgenta stark an Strahlkraft gewonnen. Wir entwickeln sie konsequent weiter – inhaltlich, gestalterisch und international.“ Das Leitthema Craftsmanship (Handwerk) sei nicht nur für 2026, sondern auch für die kommenden Jahre gewählt. Angebote wie die Live-Workshops „Jewellution“ von Artsupport, der „Cultural Space“ der Fondation Haute Horlogerie FHH und das neue Edelmetallforum gaben den Fachbesuchern die Gelegenheit, ihr Wissen zu erweitern.
Der Inhorgenta Award wurde am Messesamstag in den Bavaria Filmstudios verliehen. Diese Kulisse trug zum exklusiven Charakter der gross aufgezogenen Veranstaltung bei. Als Edelsteinexperte war dieses Jahr nicht mehr Martin Julier von Bucherer in der Jury, sondern Daniel Nyfeler von Gübelin. Durch den Abend führte die deutsche Fernsehmoderatorin Nazan Eckes. Die junge Mannheimer Sängerin Loi sorgte für stimmungsvolle Musik.

Uhrenhalle macht sich
Die Uhrenhalle A1, lange ein Sorgenkind, brummte dieses Mal geradezu vor Besuchern. Das bestätigt auch Hans Christian von der Crone, der ausserdem lobende Worte für die Entwicklung des Salon Suisse findet: „Nicht nur die Uhrenhalle hat sich gut entwickelt, auch der Salon Suisse ist zu einer lohnenden Plattform für Schweizer Uhrenmarken unterschiedlicher Preisklassen geworden.“ Ebenfalls in der Uhrenhalle anzutreffen war die Marke Maurice Lacroix, die zuletzt 2020 ausgestellt hatte. Der Rückkehrer präsentierte sich mit doppelstöckigem Messestand, der an die Tage der Baselworld zurückdenken liess. Doris Mancani, die für den europäischen Markt verantwortlich ist, sprach wegen Besuchern aus der ganzen Welt von einem „Riesenerfolg“.
Auch in der Stein-Halle C1 liefen die Geschäfte gut. M.T. Mohr durfte viele Schweizer begrüssen. Auch am Stand von Ruppenthal mit Tochterfirma Ernst Stein herrschte reges Treiben. Geschäftsführer Albert Ruppenthal berichtete, am Messefreitag rund zehn Prozent mehr Kunden bedient zu haben als im Vorjahr. Die Tendenz zu Waren mit geringem Goldanteil sei bei vielen Goldschmieden, Schmuckdesignern und Juwelieren spürbar gewesen. Trotzdem hätten sowohl die Frequenz als auch der Umsatz die Erwartungen deutlich übertroffen. Auch die Schweizer Aussteller Dominik Kulsen und Tobias Kempf zeigten sich zufrieden.

Schmuck zaghaft
Der Schmuckbereich blieb wohl insgesamt leicht hinter den Uhren und Edelsteinen. Rebecca Catanese, die mit MoBijoux unter anderen die Marken Cœur de Lion und Sif Jakobs vertreibt, betont aber, an den Messeständen dieser Marken erstaunlich viele Westschweizer Kundinnen und Kunden aus Genf, Montreux und dem Wallis empfangen zu haben. Stefan Salzmann aus Visp erzählt, er habe die Rückreise mit vielen Impressionen angetreten: „In München haben uns vor allem die ersten Preislagen interessiert, in denen wir spannende Stücke in Farbe gesehen haben.“ Dort hätten die synthetischen Diamanten Einzug gehalten, anders als beim höherpreisigen Schmuck. David Gygax aus Aarau bilanziert, die Inhorgenta sei für ihn die seit langem erfolgreichste Messe gewesen: „Wir konnten die Zusammenarbeit mit vielen unserer Partner vertiefen.“
Zur nächsten Inhorgenta trifft sich die Branche vom 19. bis 22. Februar 2027 wieder. Sicherlich werden weitere Formate folgen, die den Austausch fördern und das Handwerk in Szene setzen. ca



