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Das Klima lässt auch die Ornaris nicht kalt

Kürzlich ging in Zürich die erste Ornaris des neuen Jahrzehnts über die Bühne. Rund 270 Aussteller präsentierten dem Fachpublikum an der führenden Schweizer Konsumgütermesse die neusten Trends. Neben ein paar Schmuckmarken haben sich auch andere Bereiche Innovatives zum Thema Nachhaltigkeit und Fairness einfallen lassen.

Upcycling. Recycling. Nachhaltigkeit. Diese brandaktuellen Themen prägten Mitte Januar auch die Ornaris, die nach einem Jahr „fremdgehen“ wieder in der Messe Zürich stattgefunden hat. So waren Produkte aus Schweizer Herstellung, fair gehandelte Stücke aus aller Welt und nachhaltig produzierte Neuheiten in allen Bereichen präsent. Bei den „Fresh Ideas & Design“ fielen insbesondere die beiden Schmucklabels Yàn und Vanto auf. Hinter Letzterem steht Veronica Antonucci. Sie zeigte ihre neusten Schmuckstücke aus wiederverwertetem Acrylglas aus Industrieabfällen. Mit diesen hat es die Bernerin auch schon in etablierte Magazine wie Harper’s Bazaar, Vogue, Freundin oder die NZZ-Beilage „Stil“ geschafft.

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Die experimentierfreudigen Schmuckstücke der Marke Yàn sorgten im Bereich Fresh Ideas für Aufmerksamkeit.

Ebenfalls einen Hingucker bei den „Newcomers“ stellten die „Tellerschmetterlinge“ von Alexandra Lerch und ihrer Firma Papierglück dar. In Brockenstuben kauft sie Porzellanteller, aus denen schlicht strukturierte bis bunt gemusterte, dekorative Schmetterlinge entstehen – jeder ein Unikat. Eine spritzige, neue Idee ist auch der Reise-Weinsack, den Pia Bieri erfunden hat und nun unter dem Namen Natao auf den Markt bringen will. Dabei handelt es sich um einen Sack aus abwaschbarem Papier, um Wein zu kühlen oder ihn zu transportieren. Wer ihn als Geschenk bekommt, kann seinen Namen darauf vermerken. So kann seine Reise im Nachhinein zurückverfolgt werden. Das erste Standbein von Pia Bieri ist der Verkauf von biologisch abbaubaren Wachstüchern, die als Alternative zu Plastik verwendbar sind.

Schläuche aus El Salvador

Einige Aussteller arbeiten mit Werkstätten zusammen, die geschützte Arbeitsplätze anbieten. Andere Projekte unterstützen Firmen in armen Ländern und leisten dabei Hilfe zur Selbsthilfe oder haben dort gleich Manufakturen errichtet. So werden beispielsweise die in edlem, zeitlosem Design gehaltenen Reisetaschen, Rucksäcke und Handtaschen der Marke Schreif in El Salvador in Zentralamerika gefertigt. Der wichtigste Rohstoff von Schreif sind die in den Strassen eingesammelten Reifenschläuche. Das wiederverwendete Material macht jedes Modell zu einem Unikat mit eigener Geschichte.

Zurück zu unserer Branche: Als eine der wenigen Uhrenmarken war Zizzo vor Ort und zeigte die Neuheiten im Bereich O-Starter. Die Modelle von Luca Reho werden in der Schweiz hergestellt und bestechen mit eleganter Einfachheit und einem vorzüglichen Preis-Leistungs-Verhältnis. „Für mich sind Messen wichtig, um das Wiederverkäufernetz auszubauen“, sagt er. „Die Ornaris ist gut organisiert. Auch die Infrastruktur und Verpflegungsmöglichkeiten sind top. In Bern hatte ich jedoch mehr Besucher als hier in Zürich. Das ist schade, da Zürich ja eigentlich meine Heimmesse ist.“

Neue Inputs

Als „Messe in der Messe“ feierte die Innopap an der Ornaris Premiere. In verschiedenen Themenwelten und mit einem Personal-Shopper-Angebot entdeckten die Besucher die grösste Papeterie der Schweiz. Dieses Projekt sorgte für frische Inputs, die auch auf andere Branchen übergreifen könnten. Entsprechend positiv fällt auch das Fazit von Muriel Mangold, Bereichsleiterin Interior & Design der Bernexpo Gruppe, aus: „Wir führen eine erfolgreiche Messe in einem schwierigen, aber auch spannenden Umfeld. Kooperationen wie mit der Innopap und Cross-Selling – diese Themen sind die Zukunft der Ornaris“. Die Herbstmesse in Bern findet vom 16. bis 18. August statt.

www.ornaris.ch

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