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„Die Bedeutung einer zentralen Order-Plattform ist gross“

Eine kleine, aufs Wesentliche reduzierte Fachmesse mit 100 Ausstellern und 3000 Besuchern. Dies ist der Plan der Bernexpo für die O-Days, die vom 17. bis 19. Januar in Bern als Alternative zur Ornaris stattfinden sollen.

Gold’Or: Julia Blatter, die O-Days sollen im Januar als Alternative zur Ornaris über die Bühne gehen. Weshalb sagen Sie eine Messe ab und planen die nächste?

Julia Blatter: Wegen der Corona-Pandemie ist die Fachmesse Ornaris Anfang 2021 im gewohnten Stil leider nicht umsetzbar. Wir haben die Absage bereits im Juli bekanntgeben müssen. Die vielen Gespräche mit Ausstellenden und Besuchenden haben uns aber gezeigt, wie bedeutend eine zentrale Order-Plattform für die Detailhandelsbranche ist. Bei den O-Days verzichten wir auf das gesamte Rahmenprogramm und bieten lediglich eine Handelsplattform an. Während die Ornaris nach Branchen segmentiert ist, werden die rund 100 O-Days-Aussteller in derselben Halle zu finden sein. Der Besucher kann somit ein grosses, aber überschaubares und differenziertes Angebot entdecken.

Selbst wenn die O-Days kleiner sind als die Ornaris, dürften sie gemäss der aktuell geltenden Corona-Regelungen in Bern gar nicht stattfinden.

Der Stand heute, Mitte November, ist tatsächlich so, dass wir die O-Days nicht durchführen dürften. Im Juni hatte der Bundesrat festgehalten, dass Messen in der Schweiz nicht mehr als Grossveranstaltungen zu qualifizieren sind, sondern denselben Kriterien unterliegen wie ein Einkaufszentrum. Jedoch ist diese Verordnung wegen der zweiten Welle ausser Kraft gesetzt worden. Wir müssen schauen, wie sich die Lage entwickelt. Zurzeit sind wir positiv gestimmt, dass wir im Januar die Türen der O-Days öffnen können.

“Unser Vorteil ist, dass wir nicht international arbeiten, sondern national und regional.”

Unser Vorteil ist, dass wir nicht international arbeiten, sondern national und regional. Lokale Produkte stehen bei uns im Vordergrund. Wir verfügen zudem über ein konsequentes Schutz- und Hygienekonzept und Tickets können nur online erworben werden. Durch die Registration wird vor Ort langes Anstehen vermieden und mittels Zeitslots und limitierten Ticketkontingenten können wir das Besucheraufkommen steuern.

Ist ein späterer Termin eine Option?

Grundsätzlich halten wir an der Messe vom 17. bis 19. Januar fest. Wir möchten Anfang Jahr ein Zeichen für den Detailhandel setzen und zeigen, dass es weitergeht. Im In- und Ausland haben wir gute Beispiele dafür gesehen, dass Fachmessen mit Sicherheitsmassnahmen erfolgreich durchgeführt werden können.

Stösst Ihre Idee der O-Days überhaupt auf Interesse?

Wir erhalten trotz verschärfter Corona-Massnahmen immer noch neue Anmeldungen von Ausstellern, die ihre Produkte dem Markt präsentieren wollen. Unter den bereits angemeldeten finden sich auch Schmuckhändler wie Ehrsam Grosshandel, Satrangi, Shanti Enterprise oder Schmuck Interart. Aber auch bei den Gesprächen mit Besuchenden erhalten wir viel positives Feedback. Wir hoffen, dass die Fachleute den Vorteil dieser immer noch grossen und kompakten Plattform sehen, auf der während drei Tagen eingekauft werden kann. Neu gestatten wir den Direktverkauf allen Ausstellern, die ihn anbieten möchten.

Im Oktober mussten Sie den Caravan-Salon nach dem zweiten Messetag abbrechen. Befürchten Sie nicht, dass nochmals das Gleiche passiert?

Die Sicherheit aller an der Messe Beteiligten hat oberste Priorität. Dafür hat die Bernexpo ein umfassendes Schutzkonzept ausgearbeitet, das Elemente wie breitere Gänge, reduzierte Personenzahl auf dem Veranstaltungsgelände und 100 Prozent Frischluftzufuhr für die Hallen beinhaltet. Diese Massnahmen haben sich beim Caravan-Salon bewährt, die Besucher fühlten sich sicher und wir mussten keinen einzigen positiven Fall verzeichnen. Abgebrochen wurde die Messe aus anderen Gründen. Das Risiko, dass wieder ein solcher „Worst Case“ eintritt, können wir nicht komplett ausschliessen, aber wir setzen alles daran, um einen solchen Fall zu vermeiden. Für uns ist es dennoch wichtig, eine Plattform anzubieten, die den Bedürfnissen des Marktes entspricht.

Haben Sie und Ihre Kollegen unter diesen Umständen überhaupt noch Lust, eine Messe auf die Beine zu stellen?

Es ist anders als sonst und es braucht sicher einen langen Atem. Die Arbeit auf einen bestimmten Termin hin ist unser tägliches Brot bei der Eventorganisation. Der Aufwand ist gross, man muss lernen, mit der Planungsunsicherheit umzugehen und kurzfristig reagieren können. Wir glauben aber nach wie vor fest an diesen Live-Event und wissen, dass es richtig cool wird, wenn am Ende alles klappt.

www.o-days.ch

Titelbild: Julia Blatter ist Kommunikationsverantwortliche der O-Days und der Ornaris.

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