Die Zuliefermesse EPHJ, die vom 16. bis 19. Juni im Genfer Palexpo stattgefunden hat, zieht mit einer Besucherzahl von über 20’000 eine positive Bilanz. Dies trotz den Einschränkungen im Zusammenhang mit dem G7-Gipfel in Evian (F). Die Messe untermauert ihren Status als Leitmesse für den Zuliefersektor für die Uhren- und Schmuckindustrie, den Mikrotechnik-Bereich sowie die Medtech-Branche, sprich das Umfeld der Hochpräzision.
Die EPHJ fand dieses Jahr unter schwierigen Rahmenbedingungen statt. Zum einen befindet sich die Uhrenindustrie derzeit in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld. Ein Umstand, der durch das branchenübergreifende Konzept der Messe für viele Aussteller zwar schwierig bleibt, durch Aufträge in anderen Bereichen (Medtech oder Mikrotechnik-Sparte) aber da und dort ausgeglichen werden kann. Wie Messedirektor Alexandre Catton betont, sind rund 50 Prozent der Aussteller in verschiedenen Branchen aktiv. Schwerer wogen dagegen die Nachteile, die dieses Jahr durch die Sicherheitsbestimmungen rund um die G7-Konferenz im benachbarten Evian-les-Bains auftraten. An den beiden ersten Messetagen war die Mehrheit der Zollübergänge rund um Genf für den Verkehr gesperrt. Berufsleute kamen zwar mit Bewilligungen rüber, mussten sich jedoch direkt an ihren Arbeitsplatz begeben. Zudem blieben mehrere Manufakturen in Genf an einigen Tagen ganz geschlossen.
„Wir entdecken immer wieder
aussergewöhnliche Produkte, die es
ebenfalls verdient hätten, am Grossen
Ausstellerpreis teilzunehmen.“
Alexandre Catton
Gleichwohl zieht Alexandre Catton, gemessen am allgemeinen Rahmen, eine positive Bilanz. Die Messe war punkto Aussteller auch dieses Jahr ausverkauft. Zwar kamen etwas weniger Besucher als im Vorjahr. Als Positivum bleibt aber, dass die Zahl auch in diesem Jahr über der 20’000-er Schwelle lag. „Uns ist bewusst, dass die sicherheitsbedingten Einschränkungen im Zusammenhang mit dem G7-Gipfel die Anreise einiger Besucher erschwert haben“, so Catton. Umso mehr dankte er allen Ausstellern, Besucherinnen und Besuchern, Partnern und Mitarbeitern, die trotz des aussergewöhnlichen Kontextes an der Messe präsent waren.
Alexandre Catton betonte zudem den Stellenwert, den die EPHJ als Kommunikations-Netzwerk auch unter dem Jahr für die Ausstellerinnen und Aussteller besitzt. Eines der Instrumente ist der vor zwei Jahren ins Leben gerufene „Innovation Digest“. Das Verzeichnis beinhaltet rund 90 verschiedene Unternehmen, allesamt Aussteller der EPHJ und listet deren Innovationen und Neuheiten auf. Die neue Auflage des Innovation Digest der EPHJ wird im Herbst 2026 erscheinen.

Viele Hersteller kommunizieren zu wenig
Generell beobachtet Catton das Phänomen, dass viele Aussteller einerseits sehr innovativ sind, sich gleichzeitig aber schwertun, ihre Neuheiten publikumswirksam ins Licht zu rücken. Häufig bemerke man im Austausch und im Gespräch mit einzelnen Ausstellern, die ein spannendes Produkt entwickelt haben, dass sie es aus verschiedenen Gründen versäumen, dieses wirksam – oder überhaupt – zu bewerben. Das komme viel häufiger vor, als man denke, so Catton. Er wird daher nicht müde, den Ausstellern mit auf den Weg zu geben, mehr zu kommunizieren – und sie dabei zu unterstützen. Dass die mangelnde Kommunikation an einem gewissen – fast widersprüchlichen – Wunsch nach Diskretion liege, gar verbunden mit der Angst kopiert zu werden, glaubt Catton nicht. Dafür gebe es Patente, um Innovationen zu schützen. Nein, häufig liege es vielmehr an mangelnder Zeit und fehlenden Kenntnissen im Bereich Kommunikation, was dazu führe, dass viele gute Innovationen die breite Fachöffentlichkeit zu wenig erreichten.

Catton betonte gleichzeitig, dass er jedes Mal von Neuem beeindruckt sei vom Niveau der Stände der Aussteller. Dies einhergehend mit einer stetigen Verbesserung der Produkte, die ausgestellt werden. Gleichzeitig entdecke man immer wieder aussergewöhnliche Produkte, die es ebenfalls verdient hätten, am Grossen Ausstellerpreis teilzunehmen. Dieser ging in diesem Jahr an das Unternehmen Louis Bélet SA aus dem jurassischen Vedlincourt, das im Bereich Werkzeugfertigung tätig ist.
Auch dieses Jahr fanden im Rahmen der EPHJ zahlreiche Vorträge und Podiumsdiskussionen zu aktuellen Trends und Branchenthemen statt. Die Beiträge können auf dem Youtube-Kanal der EPHJ gefunden und angesehen werden. Die nächste EPHJ findet vom 8. bis 11. Juni 2027 im Palexpo in Genf statt. mw


