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Erfolgreich an den Swiss Skills

Rund 116‘000 Jugendliche, Eltern und Lehrpersonen haben Mitte September die Swiss Skills auf dem Bernexpo-Areal in Bern besucht. An 75 Berufsmeisterschaften haben sich dabei mehr als 1000 Lernende gemessen. 60 weitere Berufe sind ebenfalls vorgestellt worden. Organisiert durch den VSGU, zeigten drei Goldschmiedinnen, was es heisst, das traditionsreiche Handwerk des Gold- und Silberschmiedes sowie des Edelsteinfassers zu erlernen. Andrea von Allmen, Präsidentin Fachkommission Goldschmiede des VSGU, hat die drei jungen Frauen während den fünf Tagen betreut.

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Rachel Stricker beobachtet eine Schülerin beim Arbeiten.

Gold’Or: Andrea von Allmen, Sie haben die drei seit diesem Sommer fertig ausgebildeten Goldschmiedinnen Daniela Peer, Bianca Rothenbühler und Rachel Stricker an ihren Auftritt an den Swiss Skills begleitet. Wie ist es gelaufen?

Andrea von Allmen: Alle Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Wir wurden regelrecht überrannt. Am ersten Tag haben sich 13‘000 Schülerinnen und Schüler angemeldet, am zweiten waren es gar doppelt so viele. Nachdem das Schweizer Fernsehen bei uns gefilmt hat, kamen am Sonntag gleich nochmals sehr viele Interessierte vorbei. Der Ansturm war riesig – geklappt hat aber trotzdem alles. Das ganze Team hat so gut zusammengearbeitet, dass die interessierten Jugendlichen, Eltern und Lehrpersonen umfassend bedient werden konnten. Auch die Verstärkung durch weitere VSGU- und Asmebi-Mitglieder hat wesentlich zum Gelingen und dem wunderbaren Teamgeist beigetragen.

Was haben sie denn vorgeführt?

Eigentlich war geplant, ein Collier, das per 3D-Druck hergestellt worden ist, zusammenzusetzen und fertigzumachen. Aber mitten in diesen vielen Leuten war das nicht gut möglich. Ein Grund, dass wir so viel Aufmerksamkeit bekommen haben, lag vermutlich nur schon am hübsch dekorierten Stand, der unter dem Motto „Keep calm and make Jewellery“ stand.

Ist das Publikum miteinbezogen worden?

Ja, es konnte sich an verschiedenen Übungen beteiligen, wie Silberdraht biegen, feilen, sägen und bohren.

Denken Sie, dass das Interesse am Beruf Goldschmied bei der Einen oder beim Anderen geweckt werden konnte?

Da sind wir uns ganz sicher. Wir haben zahlreiche positive Rückmeldungen erhalten. Es kamen gar Eltern mit ihren Kindern vorbei, die gerne Goldschmiede geworden wären, dies aus verschiedenen Gründen aber nicht umsetzen konnten und nun hoffen, dass ihre Kinder diesen Weg einschlagen werden.

Wie gehen Junge vor, die gerne Goldschmiede werden möchten? Die Auswahl an Lehrstellen wird ja immer bescheidener.

Am besten erkundigen sie sich auf der Webseite des VSGU, wann die nächsten Schnupperkure stattfinden. Wer daran teilnimmt, bekommt anschliessend ein Attest, das bestätigt, ob er oder sie für den Beruf geeignet ist. Mit diesem kann man dann auf Lehrstellensuche gehen. Unser Lehrstellenangebot ist auch auf berufsberatung.ch zu finden. Alle offenen Stellen sind dort aber noch nicht registriert. Wir sind dran, unsere Verbandsmitglieder zu bewegen, dass sie ihre Angebote dort aufschalten.

Versuchen Sie Goldschmiede auch zu animieren, wieder vermehrt Junge auszubilden?

Auf jeden Fall. Wir setzen nebst den aktuellen Ausbildungsbetrieben vor allem auf die jüngere Generation und hoffen, dass diese wieder eher bereit sein wird, ihr Können weiterzugeben. Es wäre natürlich auch sehr schön, wenn Anlässe wie die Swiss Skills oder die Schweizer Meisterschaft für eine positive Dynamik sorgen würden. Das Angebot muss für beide Seiten attraktiv sein. Dieses Thema (Überprüfen von Nachfrage und Angebot) werden wir nächstes Jahr in der Bildungsplan-Revision behandeln.

Grosszügige Unterstützung
Den Auftritt der Berufsdemonstration der drei engagierten jungen Goldschmiedinnen haben folgende Firmen ermöglicht: Artsupport hat sämtliches Goldschmiedewerkzeug, Tische, Geräte inklusive 3D-Drucker und diverses Dekomaterial gesponsert und auch gleich den Hin und Rücktransport des ganzen Equipments gewährleistet. Oekogold (Gyr Edelmetalle) hat das Silber zur Verfügung gestellt. Altmann Casting hat 3D-Ausdrucke sowie die Güsse des Colliers, das die Goldschmiedinnen an ihrem Stand bearbeitet haben, zur Verfügung gestellt und Dekorationsmaterial mitgeliefert. Manuela Weingart 3D Design hat die 3D-CAD-Konstruktion des Colliers erstellt und für den 3D-Ausdruck und den Abguss in Silber vorbereitet. Die Goldschmiedegeschäfte Pierre Liechti und Ambrosi Goldschmiede haben personelle Ressourcen zur Verfügung gestellt.
Bild: Bianca Rothenbühler (von links), Daniela Peer und Rachel Stricker vor dem
grossen Aufmarsch.

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