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Messe des Aufschwungs

Die Schmuckmesse Vicenzaoro ist Mitte September nahezu unter normalen Voraussetzungen über die Bühne gegangen. Die 3G-Regel sowie Maskenpflicht in den Ausstellungshallen hinderte die italienische Schmuckmesse nicht daran, ein kräftiges Zeichen des Wiederaufschwungs zu setzen. Die Freude der Aussteller traf auf fokussierte Fachbesucher.

Die Stimmung in den Messehallen war gut. Mehr als 800 Aussteller hatten sich in Vicenza eingefunden, 70 Prozent von ihnen aus Italien, 30 Prozent aus dem Ausland. Auch das Besucheraufkommen lag angesichts der nach wie vor eingeschränkten Reisemöglichkeiten über den Erwartungen und erreichte 80 Prozent des Werts aus dem Jahr 2019. Ähnlich der Verteilung bei den Ausstellern lag der Anteil internationaler Besucher bei rund 30 Prozent. Der Hauptanteil kam aus Europa, allen voran aus Spanien, Deutschland und Frankreich. Ebenfalls gut vertreten waren Facheinkäufer aus dem Mittleren Osten, den USA, Russland und Nordafrika. Insgesamt wurden Besucher aus 108 verschiedenen Ländern gezählt.

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Ausgebaut wurden auch die Bereiche VO Clock und VO Vintage. Der Vintagebereich mit Schmuck und Uhren stand auch privaten Sammlern offen.

Viele Aussteller zeigten sich mit dem Verlauf der Vicenzaoro zufrieden. Das lag nicht nur daran, dass sich Aussteller wie Besucher sichtlich freuten, sich endlich wieder an einem grossen Anlass zu treffen. Das lag auch daran, dass die Schmuckbranche insbesondere im höherwertigen Sektor derzeit vielerorts gut unterwegs ist. Im Vorfeld der Messe wurde für die italienische Schmuckindustrie für die ersten fünf Monate ein Exportplus von 2,8 Prozent gegenüber 2019 bilanziert – trotz Kompensationseffekten ein guter Wert.

Anstieg wird erwartet

Julian Rotstein, Inhaber der niederländischen Schmuckmarke Tirisi und selbst bereits seit vielen Jahrzehnten Aussteller an den grossen Branchenmessen, bewertete die Qualität der Einkäufer an der Vicenzaoro als sehr gut und rechnet für den weiteren Jahresverlauf mit einem Anstieg der Geschäfte. Der Erfolg der Vicenzaoro sei nicht zuletzt dem engagierten Team rund um Messedirektor Marco Carniello zu verdanken, so Rotstein.

Ähnliches war auch beim deutschen Schmuckhersteller Stenzhorn zu hören. Verkaufschef Chris Stenzhorn betonte den grossen Optimismus, der an der Messe zu spüren gewesen sei. Viele Aussteller blickten wieder nach vorn und seien darauf fokussiert, Geschäfte zu tätigen, so Stenzhorn. Stenzhorn bewertet die Vicenzaoro für seine Marke derzeit als wichtigste Messe. Ein Grund für deren Stärke sieht auch er in der guten Arbeit der Messeorganisatoren.

Auch auch im Edelsteinbereich war das Besucheraufkommen erfreulich. Carl-Philip Arnoldi von Arnoldi HC sprach von einem sehr guten Messeverlauf. Gleichzeitig betonte er, dass man auch unter dem Jahr bisher sehr gut gearbeitet habe und den weiteren Messen wie The Show Anfang Oktober in Hamburg und der GemGenève im November optimistisch entgegensehe.

Gute Aussichten für Fachmessen

Die Organisatoren zeigten sich mit dem Verlauf der Messe ebenfalls zufrieden. Die Mehrheit der Feedbacks sei positiv ausgefallen, bilanzierte Marco Carniello, der die Vicenzaoro seit drei Jahren leitet. Er wertet dies als Bekenntnis der Branche zum Konzept Messe. So habe die diesjährige Vicenzaoro gezeigt, dass Messen für die Uhren- und Schmuckbranche unverzichtbar bleiben. Kein anderes Medium biete Herstellern und Kunden eine derart effiziente Möglichkeit, sich auszutauschen sowie Produkte zu präsentieren und zu begutachten, so Carniello. „Ich war immer überzeugt, dass das Modell Messe eine gute Zukunft hat.“ Die vielen positiven Rückmeldungen seitens der Aussteller seien wertvoll und bestätigen ihm, auf dem richtigen Weg zu sein.

Carniello betont aber auch, dass man sich als Messe ständig weiterentwickeln müsse. Ein Schlüsselmoment sei die Digitalisierung. Die Pandemie habe die Vicenzaoro dabei nicht auf dem falschen Fuss erwischt. Das Konzept, der Branche auch unter dem Jahr eine digitale Networking-Plattform zu bieten und die Messe nicht nur während des Live-Events digital zu unterstützen, sei schon vor der Pandemie eingeführt worden, durch diese nun aber beschleunigt worden. Die tragende Säule bleibe aber die physische Veranstaltung, während die digitalen Konzepte unterstützend zum Einsatz kommen, um den Messebesuch für Aussteller und Besucher effektiver zu machen.

Als positive Neuerung ist auch das neue, schlankere Standkonzept zu werten. Sicher werde es für das nächste Jahr individuelle Anpassungen geben, so Carniello. So gebe es Aussteller, die gerne individuelle und grössere Stände wünschten, um ihre Marke auf der Messe in Szene zu setzen. Generell hat die Vicenzaoro aber klar gezeigt: im Mittelpunkt der Messen von Morgen stehen die Kreationen und Kollektionen, dazu braucht es keine mehrstöckigen Paläste.

Die nächste Vicenzaoro findet vom 21. bis 26. Januar 2022 statt. mw

vicenzaoro.com

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