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Messebesuch Ja oder Nein?

97 Branchenleute haben die Gold’Or-Umfrage zum Thema Messebesuch 2021 ausgefüllt. Der Grossteil hat in den vergangenen Jahren die Baselworld besucht und würde auch im nächsten Jahr am liebsten im Inland bleiben, wenn es um Suche und Einkauf von Neuheiten geht.

Im November hat die Fachzeitschrift Gold’Or eine Umfrage mit dem Titel „Messen 2021 – die Besucherumfrage“ lanciert. Insgesamt 97 Branchenleute haben ihre Antworten abgegeben. Mit Ausnahme einer Person haben alle in den vergangenen zehn Jahren Fachmessen für Uhren, Schmuck und Edelsteine besucht. 13 Fachleute geben an, weniger als eine Messe pro Jahr zu besuchen, 37 Personen besuchen eine, 33 zwei oder drei und acht Personen sogar mehr als vier pro Jahr.

In einer offenen Frage wurden die Fachleute gefragt, welche Messen sie besucht haben. Zwei wurden dabei besonders oft genannt: die Baselworld mit 66 Nennungen und die Inhorgenta Munich mit 52 Nennungen, wobei mehrere Personen angaben, pro Jahr entweder die eine oder die andere Veranstaltung besucht zu haben. Ebenfalls häufiger aufgeführt wurden die Vicenzaoro, die EPHJ, die Ornaris, die Messen in Hongkong und Bangkok sowie die Gemworld Munich (Munich Show – Mineralientage München). Einzelne Nennungen galten den Tucson Shows, der Intergem, der Inova Collection sowie weiteren Mineralienmessen.

Maske Ja, Test Nein

Während sich 74 Prozent der Umfrageteilnehmenden vorstellen können, im ersten Halbjahr 2021 eine Fachmesse in der Schweiz zu besuchen, würden nur 52 Prozent zu diesem Zweck ins Ausland reisen. An das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes scheinen sich viele Schweizerinnen und Schweizer gewöhnt zu haben – zumindest würden drei Viertel der Befragten eine Maskenpflicht akzeptieren. Hingegen antworteten 65 Personen mit „Nein“ auf die Frage, ob sie für einen Messebesuch im Ausland einen Corona-Test machen würden. Nur rund ein Viertel würde trotz dieser Auflage reisen.

Ein Goldschmied entschied sich, die Frage nach dem Corona-Test weder mit Ja noch mit Nein zu beantworten. Seine Entscheidung bezüglich eines Tests hänge von den Umständen ab, erklärte er im Kommentarfeld. Eine Berufskollegin schrieb, dass sie sich vielleicht testen lässt, wenn der Messebesuch aufgrund konkreter Kundenwünsche dringend wäre. Ein weiterer Goldschmied sieht im Test eher eine notwendige Pflicht: „Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass man auf einen, wie auch immer gearteten Anlass verzichtet, nur weil Vorsichtsmassnahmen gefordert sind“, schrieb er.

Neuheiten und Inspiration

An einer Fachmesse möchten die Branchenleute 2021 primär nach Neuheiten (75%) und Inspirationen (74%) suchen, für die eigene Schmuckproduktion einkaufen (51%) oder fürs Lager (45%). Als weitere Gründe, eine Messe zu besuchen, wurden unter anderen „Kontakte pflegen“, „Vorträge besuchen“ oder „Werkzeug kaufen“ angegeben.

Was tun Fachleute, wenn sie keine Messe besuchen können? Die meisten bestellen bei ihren Lieferanten. Dabei scheinen sowohl der Vertreter-Besuch als auch der Online-Shop eine Option zu sein. Viele vertrauen den einheimischen Grosshändlern, lediglich für den Edelstein-Kauf gaben einige Goldschmiede an, direkt in den Märkten oder bei den Schleifereien einzukaufen. Ohne Messe nutzen die meisten Branchenleute Fachzeitschriften und/oder das Internet als Informationsquelle, konkrete Informationen zu Produkten liefern ihnen auch die Webseiten und die Newsletter ihrer Lieferanten. Mit je einer bis zwei Nennungen erstaunlich selten wurden die Sozialen Medien, Webinare und der Austausch unter Kollegen als Informationskanäle genannt.

München versus Basel

Die Auswertung der Umfrage ergibt deutlich, dass die Inhorgenta Munich als Alternative zur ehemaligen Baselworld gehandelt wird. Hingegen wurde das Baselworld-Nachfolgemodell Houruniverse von keinem der 97 Teilnehmenden namentlich erwähnt. Sie schrieben aber darüber, wie eine Schweizer Veranstaltung in Zukunft aussehen sollte. Während eine Person eine Messe bevorzugt, die nicht so gross ist wie die ehemalige Baselworld, dafür mit zielgerichtetem Angebot für Goldschmiede, wünscht sich eine andere Vollständigkeit: „Es müsste eine Messe sein, wo alle Anbieter anwesend sind, denn nur wegen einem bis drei Lieferanten lohnt sich der Weg manchmal einfach nicht.“

Am Ende der Umfrage nutzten viele Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Meinung offen zu formulieren: „Messen sind meines Erachtens unverzichtbar. Wie die Kunden, welche hochwertigen Schmuck fühlen wollen, wollen wir als gute Fachleute die Qualität direkt prüfen und auch das Stück in den Händen halten“; „Schön, wenn es wieder Messen gäbe. Die Gesundheit geht aber vor“; „Ich denke, dass man in den nächsten Jahren wohl spontan nach aktueller Lage entscheiden muss, ob man eine Messe besuchen kann oder ob das Risiko zu gross ist“, schrieben sie.

Die Teilnehmenden der Umfrage
Die Umfrage ausgefüllt haben 46 Goldschmiedinnen und Goldschmiede, 27 Personen aus Uhren- und Schmuckfachgeschäften, 3 Uhrmacher sowie 21 weitere Branchenleute, darunter Grosshändler, Designer, Marketingmitarbeiter und Zulieferer. 32 Prozent und damit knapp ein Drittel sind Einmannbetriebe, 28,5 Prozent Unternehmen mit bis zu drei Angestellten, die restlichen 40 Prozent arbeiten in grösseren Firmen. 86 Teilnehmenden und damit der Grossteil, sind Inhaber und/oder Geschäftsführer ihres Betriebs. In 71 Prozent der Unternehmen wird Schmuck hergestellt.

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