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Die Fachmesse für Hochpräzision EPHJ schloss mit positivem Fazit. Zufriedene Aussteller, eine hohe Besucherqualität und mehrere Höhepunkte im Rahmenprogramm markierten diese 20. Ausgabe. 

700 Aussteller aus 14 verschiedenen Ländern präsentierten sich vom 14. bis 17. Juni an der EPHJ in Genf. Nach einem ruhigen Start am Dienstag fanden an den folgenden drei Messetagen bei sommerlichen Temperaturen insgesamt 18‘000 Fachbesucherinnen und Fachbesucher den Weg in die Hallen des Palexpo in Genf. Mit dem Plus von 33 Prozent gegenüber der EPHJ im September 2021 zeigt sich Messe-Direktor Alexandre Catton zufrieden: „Wir wussten zwar, dass die Besucherzahlen besser sein würden als bei der Austragung kurz nach der Pandemie, aber unsere Erwartungen wurden übertroffen.“ Die guten Zahlen spiegelten die Situation auf dem Markt wider, insbesondere in der Uhrenindustrie, wo die Auftragsbücher gut gefüllt seien, so Catton. „Allmählich stellen wir auch die Rückkehr ausländischer Besucher fest, die 2023 sicherlich noch zahlreicher kommen werden.“

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Die Gründer der EPHJ, Olivier Saenger und André Collard, sind im Hintergrund nach wie vor für die Messe tätig.

Kunden aus der Uhrenindustrie

Fragt man die Aussteller, so ging es vielen in Genf nicht primär um den direkten Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen, sondern um Kontakt- und Kundenpflege – ein Plan, der aufgegangen zu sein scheint. Die Kunden aus der Uhrenindustrie seien da gewesen, bestätigen unter anderen Sandra Ripp von Groh + Ripp oder die Verkäufer am Stand von Witschi Electronic. Andere Firmen spürten die Auswirkungen von Lieferengpässen und Rohstoffknappheit. „Die Einkäufer suchen dieses Jahr nach Kapazität. Sie sind mit dem klaren Auftrag da, neue Lieferanten zu finden. Der Bedarf mischt die Beziehungen neu“, sagt Yves Thomann, Geschäftsführer der Manufacture Wolf SA.

Mit dieser 20. Ausgabe feierte die Messe für Hochpräzision in den Bereichen Uhren, Schmuck, Mikrotechnik und Medizintechnik dieses Jahr ein Jubiläum. Ein Jubiläum, das mit vielen Höhepunkten begangen wurde. Zum Auftakt der Messe wurde eine Umfrage unter jungen Schweizern veröffentlicht, die deren Beziehung zu Uhren beleuchtete. Der letzte Tag war dem „Job Dating“ gewidmet, um Arbeitgeber und Interessenten zusammenzuführen und auf den Fachkräftemangel in technischen Betrieben hinzuweisen; zahlreiche Vorträge und Podiumsdiskussionen rundeten das Rahmenprogramm ab.

Transparente Keramik

Der Grand Prix des Exposants 2022 ging an Polycrystal Design. Das deutsche Unternehmen hob sich mit einer Materialinnovation von seinen Konkurrenten ab: Transparente Keramik, die aus hochreinen Rohstoffen durch einen Sinterprozess hergestellt wird. Im Gegensatz zu herkömmlicher technischer Keramik wird das Material dabei zu 100 Prozent verdichtet, so dass keine Poren zurückbleiben. Sowohl in der Herstellung als auch bei der Weiterverarbeitung bietet das Material zahlreiche Vorteile in Bezug auf Kosten, Schnelligkeit und Umweltfragen. Jens Klimke, CEO von Polycrystal, sagt: „Das ist eine grossartige Nachricht für unser junges Unternehmen. Wir hatten unser Glück bereits im letzten Jahr versucht, aber ich freue mich, dass unsere Arbeit mit transparenter Keramik heute von Fachleuten anerkannt wird.“ Bauteile aus technischer Keramik und Einkristallen sind Schlüsselkomponenten in vielen Produkten der Uhrenindustrie, der Hochpräzisionstechnik und der Medizintechnik.

Die nächste EPHJ findet vom 6. bis 9. Juni 2023 statt.  twf

ephj.ch

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