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Auch die Baselworld!

Die Baselworld hat keine leichten Zeiten hinter sich. Die Ausbreitung des Coronavirus sowie nicht zuletzt die Absage der Watches & Wonders haben Zweifel genährt, ob die Messe überhaupt stattfinden kann. Direktor Michel Loris-Melikoff gab sich bis am Ende kämpferisch, der Bundesratsentscheid vom 28. Februar, Grossveranstaltungen vorerst bis am 15. März zu verbieten, zwangen die Messe am Ende zur definitiven Absage.

„Die Baselworld kann termingerecht stattfinden“, liess die Basler Messe am 20. Februar verkünden. Entgegen anders lautender Gerüchte stellte Messedirektor Michel Loris-Melikoff klar, dass die Messe stattfinden wird: „Die Baselworld 2020 ist aufgegleist. Wir bereiten die kommende Show wie geplant vor.“ Wenige Tage später sah die Welt anders aus: Zunächst verkündete die Citizen Group am 25. Februar, dass sie mit den Marken Bulova und Citizen nicht nach Basel reise, mit der offiziellen Begründung Coronavirus. Am 27. Februar folgte der nächste Paukenschlag mit der Absage des SIHH – pardon, Watches & Wonders –, ebenfalls mit der Begründung Coronavirus. Und am 28. Februar dekretierte Bundesrat Alain Bersey im Namen des Gesamtgremiums, dass Grossveranstaltungen bis am 15. März verboten sind. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und die Baselworld zur Absage zwang.

Eine Absage mit Folgen

Die Absage ist gleichzeitig eine Neuorientierung sowie auch eine Kampfansage an die europäische Messekonkurrenz. Die Baselworld findet 2021 vom 28. Januar bis 2. Februar statt. Das ist just eine Woche nach der Vicenzaoro in Italien, sowie rund drei Wochen vor der Inhorgenta in München. Zwei Messen, die sich derzeit bei vielen Ausstellern grosser Beliebtheit erfreuen und selbst Marken, die jahrelang in Basel ausstellten, zu einem Wechsel verleitet hatten. Hier wird mit harten Bandagen gekämpft, wobei man der Baselworld zugutehalten muss, dass die Uhrenindustrie den Märztermin schon jahrelang kritisiert hatte und den für 2020 vorgesehenen Termin Ende April schon gar nicht goutierte. Wie aus dem Basler Umfeld zu hören ist, soll der Januar-Termin auch ab 2022 Bestand haben.

Was macht Genf?

Seitens der für 2020 ebenfalls abgesagten Watches & Wonders stellt sich gleichfalls die Frage nach dem Termin. Dass 2021 eine Messe stattfinden soll, wurde bereits kommuniziert. Die Terminierung blieb noch offen. Sollte auch 2021 eine Synchronisierung des Genfer und des Baslers Termins angestrebt werden, würde Genf wohl vom 23. bis 27. Januar stattfinden, also unmittelbar vor der Baselworld und damit wieder zu ihrem während vielen Jahren angestammten Zeitpunkt. Denkbar ist auch, dass sich die Schweizer Uhrenindustrie jetzt mit allen Beteiligten an einen runden Tisch setzt und über eine vielleicht noch engere Messe-Zusammenarbeit – warum nicht eine Gesamtmesse in Basel? – berät. Und auch Swatch-Group-Chef Nick Hayek ist jetzt im Zugzwang, da alle ausser ihm künftig ihre Neuheiten bis Ende Februar präsentiert haben werden.

Glück im Unglück?

Trotz der Absage kann Loris-Melikoff und seinem Team ein gutes Zeugnis ausgestellt werden. Sie haben viel umgekrempelt und reformiert: der Edelsteinsektor konnte um 50 Prozent zulegen, der Technik-Sektor hätte mit 30 zurückkehrenden Ausstellern eine Renaissance erlebt. Und zahlreiche weitere Neuerungen wie das „Forum“, eine neue Plattform für Branchenthemen, sowie weitere Uhrenplattformen wie die „Watch Lounge“ sind Zeichen der Messe, etwas bewegen zu wollen. Nun hat die Baselworld weitere zehn Monate Zeit, sich in Richtung Zukunft zu wandeln. (mw)

Bild: Baselworld-Direktor Michel Loris-Melikoff.

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