Lesezeit

3m 55s

Share

Deutscher Schmuck- und Edelsteinpreis

Der Deutscher Schmuck- und Edelsteinpreis feiert einen runden Geburtstag: Am 2. Oktober tagte die Jury in Idar-Oberstein für die 50. Austragung des beliebten Wettbewerbs und für den „31. Deutschen Nachwuchswettbewerb für Edelstein- und Schmuckgestaltung. Thema des Hauptwettbewerbs war „Flower Power“.

Aus Anlass des Jubiläums waren diesmal sowohl die Edelsteingestaltung als auch die Gestaltung eines Schmuckstücks aus Edelmetall und Edelsteinen erlaubt. Somit waren ungefasste Steine, der Edelstein im Schmuckstück (dafür durften nur Edelmetalle verwendet werden), das Edelsteinobjekt und die Edelsteinskulptur zugelassen. Die Verwendung von Synthesen war nicht erlaubt. Perlen durften nur in Verbindung mit Edelsteinen verwendet werden.

Insgesamt wurden 126 Arbeiten eingereicht. Beim Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis waren es 105 Arbeiten und beim Nachwuchswettbewerb 21 Arbeiten. Die Teilnehmer kamen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Kanada, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Russland, der Schweiz, der Ukraine und den USA. Die Jury hat sich aufgrund des hohen Niveaus der eingereichten Arbeiten dazu entschlossen, bei beiden Wettbewerben zusätzlich zu den vergebenen Preisen Belobigungen auszusprechen. Die preisgekrönten Stücke können auf der Inhorgenta Munich vom 14. bis 17. Februar bewundert werden.

Der Gewinner des Hauptwettbewerbs heisst Christian Lorenz und kommt aus Idar-Oberstein. Seine Kreation, ein drehbarer, zweiseitig tragbarer Anhänger aus teils geschwärztem Silber und Rotgold, Silberdraht, Silberobsidian, Bergkristall, Diamanten, Opal, Turmalinen, Achaten, Granat, Türkis, Citrin sowie Chrysopras, Naturkarneol und Onyx ist mit einer Urkunde und 4000 Euro geehrt worden. Die Jury war sich einig, dass es sich hier um ein Meisterwerk der Graveur-, Gold- und Silberschmiedekunst handelt. Der beidseitig tragbare Anhänger zeigt auf der einen, eher unscheinbaren Seite das mit Brillanten besetzte Peace-Symbol, während die andere Seite den Betrachter mit opulent verwendeten Farben und Formen begeistert.

 

Der zweite Preis von 2500 Euro ging an Kenneth Lacour Jones aus Idar-Oberstein. Er nennt seinen Anhänger aus teils vergoldetem, teils rhodiniertem Silber mit pink, lila und gelben Saphiren sowie Colorit „a peace of art“. Inspirieren liess er sich von einem Foto, das gegen den Vietnam-Krieg aufgenommen wurde. Es zeigt einen Mann, der eine Blume in den Gewehrlauf eines Soldaten steckt. „Nichts symbolisiert für mich stärker die Flower-Power-Bewegung gegen Krieg. So wie diese Blume den Gewehrlauf verschloss, sollen meine Blumen die Patrone umschliessen und davon abhalten, Schäden anzurichten.“ Die Jurymitglieder waren von dieser starken Botschaft ebenso beeindruckt wie von der Umsetzung des Wettbewerbsthemas.

 

Mit diesem Ring aus Regenbogen-Andradit-Mineral, Rauchquarz, rosa Andenopal und geschwärztem Silber gewann Christina Eckert-Brummet aus Ingoldstadt den dritten Preis von 1500 Euro. Im Mittelpunkt des Rings „Fuji“ steht das Regenbogen-Andradit-Mineral. Es stammt von der japanischen Insel Honshu. Die Idee der Preisträgerin: „Der Vulkan Fuji spuckt Gestein und so thront der Andradit auf dem Krater. Die Seitenkrater wurden originalgetreu in Rauchquarz graviert. Um den Schnee am Gipfel zu imitieren, ist der ausgehöhlte Rauchquarz hintermalt.“ Die Jury zeigte sich begeistert von der Gegensätzlichkeit zwischen der Energie des herausgeschleuderten Vulkangesteins und der Zerbrechlichkeit der zarten Blumen.

 

„Mandala – Pathway to Meditation” hat Michael M. Dyber aus Hebron, New Hampshire, USA, sein Edelsteinobjekt genannt. Für dieses durfte er eine Belobigung mit nach Hause nehmen. Gelobt wurde vor allem die Wirkung des vortrefflich geschliffenen und mit einer grossartigen Tiefenwirkung versehenen Citrins. „In den ausgehenden 60er Jahren, also in der Zeit der Hippie-Generation, war die Meditation ein wichtiges Mittel zur „Reise ins Innere“. Wenn ich in das Innere des Citrins schaue, bekomme ich das Gefühl für eine andere Dimension“, so Jury-Mitglied Mads Kornerup.

 

Ebenfalls eine Belobing hat sich Regula Kilchsperger aus Zürich mit diesem Ring aus teilweise schwarz rhodiniertem Rotgold und Platin mit Mandarin-Granat und Turmalin-Cabochons verdient. „Flower Power – Power Flower, eine Farbexplosion“, so die beeindruckte Jury, „ein Schmuckstück, das beim Tragen glücklich macht“. Für die Preisträgerin ist der Ring Ausdruck von Kraft und Lebendigkeit der Natur. Die Rotgoldfassungen der Turmalin-Cabochons sind partiell geschwärzt, um deren Formen hervorzuheben. Die Jury honorierte die Umsetzung des Wettbewerbsthemas, das perfekte Handwerk und die überwältigende optische Wirkung des Rings.

 

Susanne Müller-Ostgen aus Sonnenberg-Winnenberg wurde für ihren Anhänger aus dreilagigem, dreifarbigem brasilianischem Achat, grünem Achat, Feueropal, Weissgold, Spezialmetallfarbe und schwarzen Lederbändern belobigt. „Am Ende des Vietnam-Krieges propagierte die Hippiebewegung die Befreiung von sämtlichen Zwängen und bürgerlichen Tabus. Diese Lebenseinstellung spiegelt sich in meinem Schmuckstück wider“, so die Preisträgerin über ihre Arbeit „Free your mind“. Die Jury fand, dass alle Details aufs Feinste herausgearbeitet und das Wettbewerbsthema kompromisslos und provokativ umgesetzt wurden.

www.deutscher-edelsteinpreis.de

 

Verwandte Themen

Kleinstskulpturen im Scheinwerferlicht

Das Buch über Ringe des 20. und 21. Jahrhunderts ist ein spannendes Überblickswerk. In Zusammenarbeit mit dem Verlag „Arnoldsche“ verschenkt Gold’Or eines.

mehr

Schmuck aus Stahl

Zum sechsten Mal fand in Wismar (D) ein Wettbewerb für Studierende statt, die Schmuck oder Objekte aus Stahl einreichen mussten.

mehr

50. Deutscher Schmuck- und Edelsteinpreis

Der Deutsche Schmuck- und Edelsteinpreis feiert einen runden Geburtstag: Am 2. Oktober tagte die Jury in den Räumen der Industrie- . . .

mehr