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Die EPHJ bleibt einzigartig

Seit rund zwanzig Jahren heisst die Fachmesse EPHJ im Genfer Palexpo das Knowhow der Hochpräzisionsbranche, der Uhrmacherei und Juwelierskunst, aber auch der Medizintechnik und Mikrotechnologien willkommen. Der Messeleiter Alexandre Catton im Gespräch.

Gold’Or: Alexandre Catton, trotz Höhen und Tiefen des Uhrenmarktes setzt die EPHJ ihren Weg fort. Welches ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Alexandre Catton: Die EPHJ hat 2019 einen Besucheranstieg von vier Prozent verzeichnet, während die Ausstellerzahl mit etwas mehr als 800 bewusst stabil geblieben ist. Die Uhrenindustrie verfügt über die Fähigkeit, sich den Marktschwankungen anzupassen. Sie hat verstanden, dass Qualität und Innovationsfähigkeit stets den Ausschlag geben. Unsere Messe ermöglicht den Unternehmen mit diesen Kompetenzen, ihre Märkte zu finden.

Alexandre Catton

Vertreter grosser Marken finden sich jedes Jahr ein.

Alle grossen Uhrenmarken kommen zu unserer Messe, um ihre Lieferanten zu treffen, Neuheiten zu entdecken und Kontakte mit neuen Herstellern zu knüpfen. Die CEOs und CTOs der grössten Marken gehören zu unserem Besucherstamm, halten sich aber gerne im Hintergrund. Zugleich sind sie interessiert daran, dass man ihnen die technologischen Neuerungen präsentiert.

Zwischen den Messen verbringen Sie einen grossen Teil Ihrer Zeit an den Firmenstandorten der Uhren- und Schmucklieferanten. Welches Feedback erhalten Sie?

Es ist wichtig, dass wir uns nicht vom Markt abkoppeln, den wir an der Messe vertreten. Nur wenn wir den Austausch mit der Branche pflegen, können wir die Bedürfnisse der Aussteller verstehen, neue Dienstleistungen anbieten, an unseren Kommunikationskanälen arbeiten und künftige Entwicklungen vorhersehen.

„Es ist wichtig, dass wir uns nicht vom Markt abkoppeln, den wir an der Messe vertreten.“

Neben den individuellen Treffen bietet das gemeinsame Frühstück, zu dem wir die Aussteller in ihren Regionen einladen, ein schönes Erlebnis. Wir können verschiedene Themen anschneiden, wie die neue Rollenverteilung nach der Entscheidung der Weko gegenüber der ETA, oder die Absicht verschiedener Hersteller, sich in der Medizintechnik zu diversifizieren. Auch Rückverfolgbarkeit und Nachhaltigkeit sind Herausforderungen, denen sich die Marken stellen müssen.

Gibt die Gesundheitskrise in China Anlass zur Sorge?

Die Chinesen tätigen auf ihren Auslandreisen viele Uhrenkäufe. Wenn sie ihre Heimat wegen des Coronavirus nicht mehr verlassen können, ruft das mittelfristige Bedenken im Hinblick auf das Fertigungsvolumen der Schweizer Uhren hervor. Die Dauer der Gesundheitskrise wird entscheidend sein, wie sich ihre Auswirkungen bemerkbar machen.

Welche Dienstleistungen bietet die EPHJ neu an?

Ohne die passende Kommunikation bleibt Knowhow bedeutungslos. Deshalb stellen wir unseren Ausstellern das ganze Jahr über Kanäle zur Verfügung: eine Webseite, die Informationen der Aussteller präsentiert, ein aktives Netzwerk auf Linkedin sowie ein vierteljährlich erscheinender Newsletter, der 40’000 Fachleute der Hochpräzisionsbranchen erreicht. Wir bieten Kommunikationspakete an, die auf die Grösse der Unternehmen abgestimmt sind. Eine Messe wie unsere muss fortlaufend als digitales und interaktives Schaufenster im Dienst unserer Aussteller und Besucher funktionieren. Weitere Neuheiten sind in der Entwicklung. (pd)

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