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Prämierte Mechanik

Bei der 18. Austragung des jährlich im November stattfindenden Grand Prix d’Horlogerie de Genève (GPHG) wurden Preise in insgesamt 17 Kategorien verliehen. Der Goldene Zeiger ging an die Récital 22 von Bovet 1822, mit dem ausserordentlichen Jury-Preis wurde Jean-Claude Biver ausgezeichnet. Hier eine Auswahl, alle Uhren sind auf gphg.org zu bestaunen.

Sonne, Mond und Erde

Aiguille d’Or – Mit der „Récital 22 Grand Récital“ haben Bovet-Inhaber Pascal Raffy und sein Team ein Meisterwerk geschaffen. 60 Exemplare der Uhr werden gefertigt. Die rotierende, von Hand bemalte und gravierte Erdhalbkugel wird je nach Standort des Kunden individuell ausgerichtet, sodass der Punkt mittags auf einer Linie liegt mit dem Fliegenden Tourbillon (das die Sonne darstellt). Die Uhr beinhaltet 472 Einzelteile, vereint fünf Patente und zeigt Sekunde, retrograde Minute, Stunde, Datum, 9-Tages-Gangreserve, Mondphase sowie rückseitig einen retrograden Ewigen Kalender mit Wochentag und Monat an.

Astronomisch schön

Complication pour Dame – Van Cleef & Arpels zeigt sich mit der „Lady Arpels Planétarium auf der Höhe seiner Kunst. Das malerische Zifferblatt aus Aventurin wird bespielt von einem weissgoldenen Sternenschweif, der Minute und Stunde anzeigt, einem rosafarbenen Perlmutt-Merkur, einer grünen Email-Venus, einer Erde aus Türkis mit dazugehörigem Diamantmond sowie einer roségoldenen Sonne im Zentrum. Die drei Planeten rotieren in 88, 224 beziehungsweise 365 Tagen um die Sonne, der Mond kreist zusätzlich alle 29,5 Tage um die Erde. Rückseitig finden sich analoge Datumsanzeigen (Tag, Monat und Jahr). Das Werk trägt die Handschrift von Christiaan van der Klaauw.

Zeigerrennen

Petite Aiguille – „Doppel-Felix” heisst die 2017 lancierte Uhr aus dem Hause Habring in Kärnten, derzeit Österreichs einzigem Hersteller für Manufakturkaliber. Die Uhr verfügt über eine kleine Sekunde bei neun Uhr, eine Datumsanzeige auf dem äusseren Ring, eine Chronographenfunktion sowie zusätzlich einen schwarzen Zeiger für die Schleppsekunde. Das Handaufzugskaliber A11R tickt in einem 42-Millimeter-Edelstahlgehäuse, optional ist die Uhr auch ohne Datum sowie mit schwarzem Zifferblatt erhältlich.

Ferriers Fünfte

Complication pour Homme – Laurent Ferriers „Galet Annual Calendar School Piece“ besticht durch eine schnörkellose Ästhetik und Funktionalität. Datum und Monat lassen sich durch einfaches Drehen der Krone verstellen, der Wochentag lässt sich mittels Drücker bei 10 Uhr verändern. Laurents Ferriers fünftes Kaliber, das Handaufzugswerk LCF025, verfügt über einen Jahreskalender – einzig Ende Februar ist eine Justierung nötig – sowie eine 80-Stunden-Gangreserve mit rückseitiger Anzeige. In Stahl liegt der Preis bei 50‘000 Franken, weitere Versionen sind in Rosé- und Gelbgold verfügbar.

Der Proto-Chronograph

Montre Chronographe – Ein Chronograph wie er im Buche steht: der „Singer Track1 Hong Kong Edition“ rückt die Chronographenfunktion ins Zentrum. Die Macher von Singer Reimagined haben in Zusammenarbeit mit Jean-Marc Wiederrecht von Agenhor und unter Einbezug von dessen 2017 präsentierten Chronographenkaliber Agengraphe eine Sportuhr der Extraklasse konstruiert. Die normale Tageszeit wird durch die zwei sich konzentrisch am äusseren Rand drehenden Ringen angezeigt. Das 43 mal 49,2 Millimeter messende Gehäuse besteht aus einer Aluminium-Keramiklegierung.

Tauchen in Japan

Montre Sport –Mit seiner „Prospex 1968 Diver’s Re-creation“ erinnert Seiko an ihre Vorreiterrolle im Bereich der Taucheruhrfertigung, notabene an ein 1968 erstmals eingeführtes Modell mit „Hi-Beat“-Funktion. Das 2018 lancierte Modell ist eine schnörkellose Reinterpretation, ohne Schnickschnack, reduziert auf das Wesentliche. Ausgestattet mit dem Hi-Beat-Automatik-Kaliber 8L55 in einem 44,8-Millimeter-Edelstahlgehäuse ist die Uhr wasserdicht bis 300 Meter. Die prämierte 1968 Diver’s Re-creation ist limitiert auf 1500 Exemplare.

Clowneske Zeiten

Prix de l’Audace –Schlicht und einfach „Clown“ heisst die Uhr mit Clowngesicht, die der russische Uhrmacher Konstantin Chaykin 2017 lanciert hat. Inspiriert hat sich Chaykin an der Clownfigur im Stephen-King-Remake aus dem selben Jahr. Die beiden rotierenden Pupillen zeigend Minute und Stunde an. Die Mondphase wird durch die rote Zunge im offenen Mund angezeigt. Wer noch eine Clown ergattern will, muss sich beeilen: die Uhr, die zum Preis von 9800 Franken feilgeboten wird, ist limitiert auf 27 Exemplare.

 

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